Archive for the ‘Internet’ Category

Bilderplattform Flickr enthuellt brisante Privataufnahmen

Tuesday, February 20th, 2007

Serverfehler lässt Phantombilder in Fotoabläufen auftauchen

Ein Fehler der beliebten Fotoplattform Flickr http://www.flickr.com hat am Wochenende dazu geführt, dass private Bilder von Anwendern in diversen Photostreams aufgetaucht sind. Normalerweise sind als privat gekennzeichnete Bilder nur einem ausgewählten Anwenderkreis zugänglich, der vom Urheber bestimmt wird. Beim vorliegenden Vorfall stimmte die Zuordnung von Überschrift mit Bildmaterial aber nicht mehr überein. So berichteten mehrere Anwender von anzüglichen und nicht jugendfreien Aufnahmen, die plötzlich als Phantombilder das eigene Bildmaterial ersetzte. Verunsicherte Anwender gingen kurzfristig sogar von einem externen Hackerangriff aus:
http://www.flickr.com/photos/dmai/393235062

Die Betreiber der im Besitz von Yahoo befindlichen Fotoplattform reagierten prompt und versicherten in den Hilfsforen, dass es sich um ein internes Serverproblem gehandelt habe. Flickr operiert mit einer Reihe von integrierten Fotoabläufen, die nach dem Zufallsprinzip öffentliche Bilder als Voransicht-Thumbnail auf der Startseite sowie der Seite der einzelnen User anzeigt. Beim Vorfall wurden diese automatisierten Vorgänge offensichtlich durcheinandergewirbelt. Während im Anwenderforum und auf Mitgliederseiten die Empörung hochging, drang der Vorfall erst gar nicht in die Zentrale von Yahoo durch. “Uns ist nichts derartiges bekannt”, so Yahoo-Sprecherin Judith Sterl auf Anfrage von pressetext.

flickr

Yahoo hatte in der Vorwoche bereits für Aufregung in der Flickr-Fangemeinde gesorgt, als es ankündigte, dass alle Anwender sich fortan nur noch über einen Yahoo-Account und die entsprechende Yahoo-ID sich einloggen können. Bisher war Yahoo zweigleisig gefahren und hatte Flickr-Usern der ersten Stunde freigestellt, ob sie mit ihren ursprünglichen Flickr-Zugangsdaten auf den eigenen Account zugreifen, oder auf eine Yahoo-ID wechseln. Aber auch hier beurteilt Yahoo die Diskussion eher als Sturm im Wasserglas: “Dass sich in unseren Foren Leute aufgeregt haben, ist natürlich legitim. Generell gibt es aber wenige, die sich mit einer Beschwerde an uns gewandt haben”, so Sterl. Die Entscheidung Yahoos bezeichnete Sterl als nachvollziehbare strategische Entscheidung. Es mache langfristig betrachtet keinen Sinn, zweigleisig zu fahren.

Aussender: www.pressetext.de

Web 2.0 ist technologisch ein alter Hut

Tuesday, February 20th, 2007

Experte warnt YouTube und Co. vor Ausbeutung der Anwender

“Die wesentlichen technologischen Elemente des Web 2.0 sind bereits seit 2000 bekannt. Allerdings verstehen wir erst jetzt, wie die Technologie gut eingesetzt werden kann”. Mit diesen Worten hat Clemens Cap von der Universität Rostock die Diskussion um das Schlagwort Web 2.0 gestern, Montag, im Rahmen eines Expertenforums in Wien auf den Punkt gebracht.

Zustimmung erhielt der Universitätsprofessor von allen anderen Panel-Teilnehmern, die im Rahmen der von Con.ect http://www.conect.at und Future Network http://www.future-network.at organisierten Veranstaltung versuchten, den Begriff Web 2.0 greifbar zu machen.

Während Vertreter von Microsoft und IBM auf ihre eigenen Beiträge bei der technologischen und inhaltlichen Weiterentwicklung des Web 2.0 verwiesen, warnte Cap indes die Branche, sich zu sehr auf den Leistungen der Anwender auszuruhen. In Anlehnung an den vom Internetexperten Andreas Weigend geprägten Begriff “Aal” (Andere arbeiten lassen) bezweifelt Cap, ob User langfristig bereit sind, für den Geschäftserfolg eines Unternehmens wie YouTube oder Flickr unentgeltlich ihre Inhalte beizusteuern. Angesichts der steigenden Leistungsfähigkeit des Internets bei einem gleich bleibenden intellektuellen Aufmerksamkeitsvermögen der Menschen ortet Cap anwenderseitig zudem einen Wechsel von einer Informationsökonomie zu einer Aufmerksamkeitsökonomie hin. “Informationen aller Art sind nicht zuletzt durch die Entwicklungen auf Hardwareseite auf unterschiedliche und spannende Weise abrufbar. Allein die Zeit und Aufmerksamkeit der Anwender bleibt gleich beziehungsweise wird sogar weniger”, so Cap gegenüber pressetext.

Auch bei der Implementierung von Web-2.0-basierten Technologien in externen und internen Kommunikationsprozessen von Unternehmen zeigten sich die Experten einig. Bei allen Chancen und Möglichkeiten, die Web 2.0 bietet, sei hier durchaus auch Vorsicht angebracht. “Derzeit gibt es rund um AJAX und die anderen eingesetzten Technologien noch viele inoffizielle Standards. Die Investitionssicherheit kann somit nicht 100-prozentig gewährleistet werden”, meint etwa Alexander Szlezak, Geschäftsführer von Gentics Software http://www.gentics.com. Er rät Unternehmen bei allen Implementierungen in erster Linie die Anwender im Fokus zu behalten. “Wenn die Anwender selbst einen Nutzen davon haben, dann werden sie auch gerne bereit sein, Inhalte nach dem ‘Aal’-Prinzip beizusteuern”, so Szlezak.

Den Begriff Web 2.0 wertet Szlezak als Synonym für das sich verändernde Internet. Wie IBM-Kollege Tony Fricko weist er auf die neuen Möglichkeiten hin, die sich durch die Vernetzung von Anwenderinhalten und verschiedenen Datenpools in sogenannten Mashup-Applikationen anbieten. Durch die Einbindung von Kunden und Mitarbeitern auf Unternehmens-eigenen Kommunikationsplattformen habe sich der Informationsfluss von und zu Unternehmen entscheidend verändert. “Die Trennung zwischen Intranet, Extranet und Internet existiert de facto nicht mehr. Ein Unternehmen ist heute in alle Richtungen durchlässig und muss sich zusehends auch mit externen Anwendungen auf seinen webbasierten Portalen auseinandersetzen”, so der Gentics-Geschäftsführer.

Web-2.0-Experte Thomas Burg, Geschäftsführer von factline http://www.factline.com, warnte Unternehmen einmal mehr davon, die Implementierung von Web-2.0-Technologien unter dem Aspekt der Kostenersparnis und Umsatzsteigerung anzugehen. “Unternehmenserfolg wird immer auch von Kreativität, Innovationsgeist und einer funktionierenden Unternehmenskommunikation getragen”, so Burg. Eine Implementierung von sozialer Software, wie Blogs, Wikis und ähnlichen Kommunikationstools müsse folglich immer einen persönlichen Nutzen für die Anwender, das Arbeitsteam, aber auch die Organisation an sich haben. Dabei müsse man sich bewusst sein, dass nur rund ein Prozent aller Anwender aktiv im Sinne eigener Content-Erzeugung sei. Im Sinne einer erfolgreichen Implementierung in Unternehmen sei es daher unerlässlich auch die passive Kollaboration, wie das Lesen und Teilhaben an derartigen Prozessen, sichtbar zu machen, meint Burg.

Aussender: www.pressetext.at

Firefox 2 – Mozilla Manifesto

Saturday, February 17th, 2007

“Firefox ist so viel mehr als nur ein kostenloses Produkt”
Mozilla-Präsident Tristan Nitot offenbart pressetext seine Vision vom Web

Wenige Monate nach Veröffentlichung von Firefox 2 hat sich Mozilla mit einem Manifest zurückgemeldet. Im sogenannten “Mozilla Manifesto” sind zehn Leitlinien festgeschrieben, die der Mozilla-Gemeinde zukünftig als Orientierungshilfe dienen sollen. Im Zentrum der formulierten Prinzipien steht das klare Bekenntnis zur positiven Weiterentwicklung des Internets. Interoperabilität, Transparenz und Innovation sowie das Recht des Einzelnen auf Sicherheit und Eigenständigkeit im Umgang mit dem Internet sind nur einige der Eckpfeiler des Manifests, das in seiner Rohfassung im Blog der Initiatorin und Mozilla-Vorsitzenden Mitchell Baker http://weblogs.mozillazine.org/mitchell/ zu finden ist.

pressetext: Herr Nitot, was will Mozilla mit dem Manifest erreichen?
Nitot: Die Leute sehen Firefox primär als einen kostenlosen Webbrowser. Das ist zwar richtig, aber im Grunde geht uns bei Mozilla um sehr viel mehr. Es geht um die große Vision, die dahinter steht – nämlich wie das Internet langfristig zum Besseren verändert und sein gesamtes Potenzial ausgeschöpft werden kann.

pressetext: Würden Sie sagen, dass das Internet ein besserer Ort geworden ist, seit Mozilla den Firefox ins Leben gerufen hat?
Nitot: In punkto Sicherheit und Privatsphäre bin ich fest davon überzeugt. Generell glaube ich auch, dass die Zukunft des Webs sehr viel freundlicher aussieht, seit wir einen kritischen Marktanteil erreicht haben. Denn noch vor drei Jahren war der Zustand des Internets sehr deprimierend, ja beinahe hoffnungslos.

pressetext: Inwiefern geben Sie der Marktdominanz von Microsoft und dem Internet Explorer die Schuld daran?
Nitot: Microsoft hat durch die Monopolstellung einfach aufgehört, an seinem Browser weiterzuarbeiten. Alle Webentwickler wiederum haben nur Webseiten für dieses eine Produkt entworfen, das bereits eingestellt war und große Sicherheitslücken aufwies. Im Grunde waren wir dabei, direkt an eine Wand zu fahren.

pressetext: Worauf führen Sie diese negative Entwicklung zurück?
Nitot: Ich denke, dass der kommerzielle Antrieb eine zu große Rolle bei der Definition des Internets gespielt hat. Daran ist auch letztlich auch Netscape gescheitert, dessen Geschäftsmodell durch die Freigabe des Konkurrenzbrowsers erfolgreich untergraben werden konnte.

pressetext: Haben Sie keine Angst, dass Microsoft oder ein anderer kommerzieller Anbieter Mozilla bzw. den Firefox wie das Vorgänger-Produkt Netscape erneut vom Markt drängen kann?
Nitot: Wir bemühen uns sehr, nicht zu scheitern. Gleichzeitig muss man sehen, dass mit Mozilla und Firefox alles gänzlich anders ist. Wir sind eine Non-profit-Organisation und werden durch die Entwickler- und Anwendergemeinde vorangetrieben. Wir haben keine Aktionäre im Nacken, für die wir Geld erwirtschaften müssen. Uns geht es einzig und allein um die Weiterentwicklung des Internets im Sinne aller. Das Spielfeld ist somit ein gänzlich anderes als das von Microsoft

pressetext: Offene Standards beherrschen ja nicht nur die Diskussion in Sachen Internet. Inwiefern muss ihre Vision von Interoperabilität auch in anderen Bereichen des digitalen Lebens umgesetzt werden?
Nitot: Derzeit gibt es einen Trend in Richtung offene Formate. Das ist ein enorm wichtiges Thema. Schließlich geht es ja nie um die Technologie selbst, sondern darum, welche Information man mithilfe der Technologie produziert und speichert. Bei meiner Kaffeemaschine ist es mir relativ egal, ob ich auf einen Hersteller festgenagelt bin. Ich trinke den Kaffee und das war’s. Wenn ich jedoch beim Aufrufen und Bearbeiten meiner Daten auf Jahre hinaus komplett von einem Hersteller abhängig bin, dann ist das mehr als fatal.

pressetext: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Aussender: pressetext.austria