Archive for the ‘Umwelt’ Category

Wie ein Haushalt die Heizkosten drosseln kann

Monday, November 5th, 2007

Gerade in Zeiten gestiegener Energiepreise zahlt sich energiebewusstes Beheizen von Haus und Wohnung aus. So kann nach Auffassung des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) ein Haushalt allein durch gezieltes Heizverhalten Energie einsparen, ohne Abstriche beim Wärmekomfort machen zu müssen.

So senkt bereits ein Grad weniger Raumtemperatur die Heizkosten im Schnitt um rund sechs Prozent. Deshalb ist es sinnvoll, die Temperaturen in den einzelnen Räumen den Bedürfnissen anzupassen. Im Durchschnitt genügen 20 Grad, im Bad dürfen es ruhig 23 Grad sein, während im Schlafzimmer 16 Grad völlig ausreichen. Die Türen zu weniger beheizten Räumen sollten natürlich geschlossen sein.

Wenn Heizkörper gluckern, müssen sie entlüftet werden. Bleibt ein Heizkörper beständig gleich warm, deutet das auf ein defektes Thermostatventil hin. Lassen sich Thermostatventile nur noch schwer drehen, sind sie wahrscheinlich defekt. In beiden Fällen sollten die Ventile durch neue ersetzt werden, am besten gleich durch solche mit Zeitschaltuhr. Sie regeln nachts und während Abwesenheit die Temperatur automatisch herunter.

Durch falsches Lüften wird oft Geld zum Fenster hinausgeworfen. Statt Dauerbelüftung über Fenster in Kippstellung stoßlüften: Dreimal am Tag für etwa fünf Minuten die Fenster weit öffnen und am besten Durchzug erzeugen. Währenddessen sollten die Thermostatventile unbedingt geschlossen werden, sonst schalten sie auf volle Leistung.

Schwere Vorhänge oder Möbel vor den Heizkörpern sowie Heizkörperverkleidungen behindern die Wärmeabgabe. Dadurch können bis zu 40 Prozent Energie verloren gehen. Andererseits sollten Fensterflächen im Winter zusätzlich durch Rolladen und Vorhänge vor Wärmeverlusten geschützt werden.

Eine effiziente Heizanlage ist freilich die wichtigste Voraussetzung für sparsames Heizen. Für Betreiber einer technisch veralteten Heizung ist die Modernisierung unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten sehr attraktiv. Wer einen alten Standardheizkessel beispielsweise gegen ein Öl-Brennwertgerät austauscht, kann künftig mit bis zu 30 Prozent weniger Heizölverbrauch rechnen. Weil in Öl-Brennwertgeräten auch die heißen Abgase als Wärmeenergie genutzt werden, erzielen diese Kessel einen Wirkungsgrad von nahezu 100 Prozent.

Aber selbst die effizienteste Heizanlage bleibt unter ihren Möglichkeiten, wenn sie in der Pflege vernachlässigt wird. Bis zu zehn Prozent mehr verbraucht eine Heizung, die lange Zeit nicht gewartet wurde. Eine jährliche Inspektion vom Fachhandwerker sorgt dafür, dass die Heizanlage dauerhaft sparsam arbeitet.

Braende in Kalifornien Folge vom Klimawandel?

Wednesday, October 24th, 2007

Der Klimaforscher Mojib Latif bewertet im “ZDF-Mittagsmagazin” am 24. Oktober 2007, die Brände in Kalifornien als eine Folge der globalen Erwärmung. Seit Jahrzehnten herrsche dort Dürre.

“Das bereitet natürlich den Nährboden, dass solche Brände mehr und mehr außer Kontrolle geraten können. Das ist etwas, das wir nicht nur in Süd-Kalifornien, sondern weltweit beobachten, zum Beispiel auch bei uns im Mittelmeerraum”, sagte der Professor vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. “Die Ursache letzten Endes, dass sich diese Dinge häufen, ist die globale Erwärmung, denn die ist unsozial: die Gebiete, die wenig Regen haben und die trocken sind, bekommen noch weniger Regen. Und die, die viel haben, bekommen noch mehr.”

Zwar sei ein Brand im Einzelfall kein Phänomen des Klimawandels. Es gab schon immer Brände. “Aber die Tatsache, dass wir immer häufiger diese Brände haben und die Trockenheit zunimmt und immer länger andauert, das ist ein klares Zeichen dafür, dass die globale Erwärmung auch die Niederschlagsmuster schon eindeutig beeinflusst”, sagte Latif.

Regional könne man dagegen nicht sehr viel tun. “Wir haben es beim Klimaproblem mit einem typischen globalisierten Problem zu tun”, erläuterte Latif. Wenn Gase in die Atmosphäre entlassen würden, sei dies immer weltweit wirksam. Insofern müsse die USA auch Interesse an einem weltweiten Klimaschutz haben. Voraussetzung sei aber, dass sie sich endlich zu Klimaschutzzielen bekennen und Vorreiter werden.

Durch den Klimawandel entstünden neue Ursachen für gesundheitliche Risiken, beispielsweise leide die Luftqualität, erklärte Latif. Außerdem müsse man damit rechnen, dass sich tropische Krankheiten immer weiter nach Norden ausdehnten und man in bestimmten Regionen Malaria bekommen könnte, wo dies bisher nicht möglich gewesen sei, sagte Latif.

Al Gores Film “Eine unbequeme Wahrheit”

Tuesday, June 5th, 2007

Al Gores Dokumentation “Eine unbequeme Wahrheit” als TV-Premiere: ProSieben präsentiert die Oscar-prämierte Dokumentation “Eine unbequeme Wahrheit” (“Oscar” 2007 als “beste Dokumentation” und für den “besten Song” – “I need to wake up” von Melissa Etheridge) am 7. Juli 2007 um 20.15 Uhr im Zuge des “We love our Planet – Der ProSieben-Live Earth Day”.

In der aufsehenerregenden Dokumentation von Davis Guggenheim weist der ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore auf die Ursachen und Folgen der globalen Erderwärmung hin. Premiere feierte der Film auf dem Sundance Film Festival 2006 und erregt seitdem die Gemüter. Er erhielt als erster Film seit zehn Jahren einen Special-Humanitas-Preis für seine besonders gelungene Botschaft an die Menschheit. Weltweit hat der Film Einnahmen in Höhe von 49 Millionen Dollar erzielt. Das macht “Eine unbequeme Wahrheit” zur dritterfolgreichsten Dokumentation der Filmgeschichte – nach “Fahrenheit 9/11″ und “Die Reise der Pinguine”.

Nach “Eine unbequeme Wahrheit” untersucht das “Galileo-Spezial – Klimafalle Deutschland” um 22.15 Uhr mit Aiman Abdallah die Folgen der globalen Erderwärmung in Deutschland. Wie sehen die Veränderungen im Norden und Süden des Landes aus? Wo ist der sicherste Ort in Deutschland?

Jeweils vor und nach den Dokumentation – von 17.00 bis 20.15 Uhr und von 23.15 bis 3.00 Uhr – schaltet ProSieben zu dem weltgrößten Benefizkonzert “Live Earth – Das Jahrhundertkonzert gegen den Klimawandel” und präsentiert aus 12 Metropolen Mega-Stars wie The Police, Genesis, Bon Jovi, Madonna, Kanye West, Kelly Clarkson, Red Hot Chili Peppers, Duran Duran u.v.m.

Beim “Live Earth”-Konzert in Hamburg stehen u.a. Katarina Witt und Michael Mittermeier für ProSieben auf der Bühne und präsentieren Top-Acts wie Chris Cornell, Jan Delay, Juli, Katie Melua, Lotto King Karl, Maná, Reamonn, Roger Cicero, Sasha, Silbermond oder Snoop Dogg.

ProSieben-Geschäftsführer Andreas Bartl: “Mit unserem “We love our Planet – Der ProSieben-Live Earth Day” am 7. Juli 2007 möchten wir vor allem unserer jungen Zielgruppe zeigen, wie sie mit der Verantwortung, die wir alle für unseren Planeten haben, umgehen können.”

Der Klimawandel: Einen Oscar fuer die Macher

Tuesday, April 24th, 2007

WAZ: Der Klimawandel: Einen Oscar für die Macher
- Leitartikel von Jürgen Polzin

War dieser Himmel eigentlich irgendwann einmal so blau wie dieser heute? Viele Menschen schauen in diesen Tagen nach oben. Und nicht wenigen von ihnen ist dieser April 2007 nicht geheuer. 30 Grad sollen es in den nächsten Tagen werden. Einschließlich des gestrigen Dienstags hat es 22 Tage nicht geregnet. Die letzten Tropfen hat der Deutsche Wetterdienst in Essen-Bredeney aufgefangen, und er sagt weiter stabiles Sommerwetter voraus. Und während den Bauern die Saat im Boden vertrocknet, die Bäume, Büsche und Sträucher so sattgrün sind wie eigentlich im Mai, kreisen die Gedanken um eine Frage:

Sind wir Wettermacher?

Ob dieses Wetter eine Folge der globalen Erwärmung ist, mögen die Experten entscheiden. Auch, ob der Sturm Kyrill auf den Schwingen des Klimawandels zu uns kam. Normal aber ist derzeit vieles nicht. Normal waren auch die vergangenen Monate nicht. Wir haben uns im Dezember über Heuschnupfen geärgert, als wir im Garten den Rasen mähten. Er wuchs immer noch. Im Januar hörten wir Vogelgezwitscher. Die Tiere waren immer noch da. Im Februar dann haben wir gehofft, dass kein Bodenfrost mehr kommt. Denn die Blumen waren ja schon da.

Klimawandel und Klimaschutz, lange als Spielwiese der Grünen abgetan, sind in diesen Monaten zum Topthema geworden, das die Menschen umtreibt. Bei derartiger Panikmache auch kein Wunder, sagen Kritiker, die in der Veröffentlichung der UN-Klimaberichte eine Inszenierung von Apokalyptikern vermuten. 10 000 Dollar hat das American Enterprise Institute ausgesetzt, die Denkfabrik von Neokonservativen in den USA zahlt sie demjenigen, der die Thesen des UN-Klimarates widerlegt.

Man mag darüber streiten, ob man den Klimawandel leugnen darf. Doch für Kopfgeld gibt es sicherlich eine bessere Bestimmung. Die USA haben unlängst angekündigt, in Kürze ein CO2-freies Kohlekraftwerk zu bauen. Warum nicht eine Prämie für die deutschen Kraftwerksbauer RWE oder Vattenfall, damit sie mit der Technik schneller auf dem Markt sind? Warum nicht einen Technologie-Oscar für deutsche Automobile, deutsche Kühlschränke oder deutsche Elektrogeräte, die nicht nur das Klima schützen, sondern Jobs sichern?

Der Klimawandel, sagt der britische Ökonom Sir Nicholas Stern, ist das größte Versagen des Marktes, das die Welt je gesehen hat. Wir sollten nicht zum Himmel schauen, sondern aus Fehlern lernen. (WAZ)

Warum ruehrt Knut die Herzen von so vielen Menschen?

Saturday, March 24th, 2007

Rheinische Post: Warum Knut?
Von Jens Voss

Journalisten aus aller Welt sind gekommen; sogar die ehrwürdige britische “Times” berichtet auf der ersten Seite groß über den kleinen Eisbären aus Berlin: Warum rührt Knut die Herzen von so vielen Menschen? Umweltminister Gabriel, der gestern plump, aber instinktsicher den Medienauftrieb als Bühne nutzte, hatte einen lichten Moment, als er das Stichwort Klimawandel nannte. Denn tief in uns bebt zurzeit so etwas wie Verstörung über die Welt, in der wir leben: Die sich mit dem Klima wandelnde Natur ist unheimlich geworden; ihre Macht über Leben und Tod rückt scharf ins Blickfeld; und wir, die wir uns neuerdings mit bangen Gefühlen über Klimatabellen beugen, müssen aufs Neue erkennen: Wir sind ja nur Ausgelieferte – ausgeliefert an Wasser, Erde und Luft unter, über und um uns.

Knut ist vor diesem Hintergrund nicht nur ein putziges Kerlchen mit Knopfaugen, das dem Kindchen-Schema entspricht. Auch er ist ein Ausgelieferter, ausgeliefert an uns Menschen. Und er ist ein Stück jener Natur, die uns ein wenig zur Fremde geworden ist. So ist Knut wie ein Versprechen von Versöhnung mit einer aus den Fugen driftenden Umwelt. Fühlen, wie schön und schützenswert die Erde ist – das ist Knut. Folgen wir ihm.