Archive for the ‘Wirtschaft’ Category

Jil Sander loest Standort in Hamburg auf

Monday, February 23rd, 2009

Der Modekonzern Jil Sander zieht sich aus Hamburg zurück, der Standort in der Hansestadt wird fast vollständig aufgelöst.

Nach Informationen von NDR Info will die Jil Sander Group mit Sitz in Mailand ihr Hamburger Atelier für Schnitt und Modellentwicklung bis Ende März schließen. Den rund 40 Mitarbeitern soll gekündigt werden. Der Schritt sei Teil eines Restrukturierungsprogrammes, sagte Konzernsprecher Andreas Bergbaur NDR Info. Die Jil Sander Group müsse Kosten sparen, denn die Wirtschaftskrise habe das Unternehmen stark getroffen. Nach Informationen von NDR Info ist der Umsatz des Unternehmens innerhalb der vergangenen sechs Monate drastisch eingebrochen.

In Zukunft würden Schnitt und erste Kollektionsentwürfe in der Konzernzentrale in Mailand gefertigt, so Sprecher Bergbaur. Für die rund 40 Beschäftigten wird nach Informationen von NDR Info eine Transfergesellschaft eingerichtet. In Hamburg sollen nur noch der Vertrieb der Marke Jil Sander sowie die Buchhaltung verbleiben. Das Hamburger Entwicklungsatelier besteht seit 1973 und war ursprünglich von der Designerin Jil Sander gegründet worden.

BioTrends 2009

Wednesday, February 18th, 2009

Umsatzstärkste Bio-Warengruppen im LEH erzielen erneut zweistelliges Plus – Bio-Käufer bringen dem LEH Umsatz und Frequenz – Überzeugte Bio-Kunden verändern ihr Einkaufsverhalten auch in der Krise nicht

Das Angebot von Bio-Produkten im Lebensmittelhandel wird immer vielfältiger und motiviert auch bisherige Nicht-Bio-Käufer zum Konsum. Bereits 86 Prozent aller Haushalte haben im vergangenen Jahr mindestens einmal Produkte aus ökologischer Erzeugung gekauft. Insgesamt summierte sich der im LEH generierte Umsatz mit Bio-Produkten 2008 auf 1,77 Mrd. Euro. Damit steigerte der LEH seinen Bio-Umsatz gegenüber Vorjahr um 321 Mio. Euro oder 22 Prozent. Unter den Geschäftstypen im LEH (inkl. Drogerie- und Getränkeabholmärkte) treiben vor allem die Discounter das Wachstum im Bio-Markt kräftig voran; sie haben ihren Anteil 2008 auf 37 Prozent ausgebaut. Daneben sind auch Verbraucher- und Supermärkte wichtige Motoren des Bio-Trends.

Zu den besonders wachstumsstarken Warengruppen zählen vor allem die umsatzstärksten Bio-Kategorien wie Milch, Joghurt, Milchmischgetränke (inkl. Soja), TK-Gemüse, Müsli und abgepackter Bohnenkaffee. Dabei hat Bio-Qualität auch im vierten Quartal 2008 ihre positive Entwicklung fortsetzen können – trotz der zu diesem Zeitpunkt bereits stark eingetrübten Konjunkturaussichten.

Die soeben erschienene Studie der Nielsen Company “BioTrends 2009″ widerlegt denn auch Unkenrufe, die ein Ende des Bio-Booms vorhersagen. “Für den Handel wird dieses Sortiment weiterhin von hoher Bedeutung sein, weil insbesondere die überdurchschnittlich kaufkräftige Verbrauchergruppe 50+ eine hohe Affinität zu den Themen Ernährung und Ökologie aufweist und sich intensiv über Bio informiert”, betont Brigitte Arndt-Rausch, Bio-Expertin bei The Nielsen Company. Und nicht nur das: Der LEH generiert seinen Umsatz mit Bio-Produkten überwiegend durch Stammkäufer. Jeder fünfte Bio-Käufer ist ein Stammkäufer; er konsumiert jedoch drei Viertel der gesamten Einkaufsmenge an Bio-Produkten und lässt aufgrund einer höheren Kauffrequenz in Summe mehr Geld in den Geschäften. “Für den Handel ist dies eine wichtige Erkenntnis, denn sie zeigt, dass Bio-Produkte ein geeignetes Instrument für den LEH sind, um Stammkunden zu gewinnen”, so die Nielsen-Bio-Expertin.

Dabei spielt eine aus Verbrauchersicht akzeptable Preisstellung für das weitere Vordringen von Bio-Produkten innerhalb der Warengruppen eine wichtige Rolle. Die von Nielsen in verschiedenen Kategorien erhobenen Preisabstände von Bio zu konventionellen Lebensmitteln variieren teils erheblich und erreichen bei Bio-H-Milch mit Abstand den höchsten Wert (177% gegenüber konventioneller H-Milch). Wie die Bio-Studie zeigt, können sich zu große Preisunterschiede insgesamt eher kontraproduktiv auf das Bio-Wachstum auswirken. Ein höherer Preisabstand wird von den Konsumenten allerdings eher akzeptiert, wenn die Produkte über Qualitätsaspekte wie Geschmack, Genuss, Gesundheit und ökologische Aspekte aufgeladen sind.

“Für Handel und Hersteller bieten sich also auch zukünftig und konjunkturunabhängig Chancen, durch zielgruppengerechte Innovations- und Sortimentspolitik das Wachstum des Bio-Marktes weiter voranzutreiben”, fasst Arndt-Rausch zusammen.

Zur Studie Nielsen Bio Trends Deutschland 2009 bietet eine differenzierte Aufschlüsselung der aktuellen Entwicklungen im Bio-Markt. Die Studie ist zum Preis von 400 Euro zzgl. MwSt. bei The Nielsen Company, Frankfurt, zu beziehen. Warengruppenreports mit Marktanteilen der Hersteller sind auf Wunsch möglich.

Weihnachtsfeier trotz Finanzkrise im Trend

Friday, December 5th, 2008

Trotz Finanzkrise und schwächelnder Konjunktur liegen Weihnachtsfeiern bei den deutschen Unternehmen weiterhin voll im Trend.

In einer Online-Umfrage des Männer-Lifestylemagazins “Men’s Health” (Ausgabe 1/2009, EVT 10.12.2008) erklärten 72 Prozent der insgesamt 1.354 Teilnehmer, dass in ihrer Firma auch in diesem Jahr eine Weihnachtsfeier stattfindet. Bei weiteren 17 Prozent haben die Chefs sich noch nicht entschieden, aber nur 11 Prozent gaben an, dass die Feier im Kollegenkreis mit Sicherheit ausfällt. Schade eigentlich, denn die Betriebsfeste zur Weihnachtszeit sind bei den Beschäftigten durchaus beliebt: Ganze 70 Prozent der Befragten erklärten, sie würden auf jeden Fall an der Feier ihrer Firma teilnehmen.

Möglicherweise sind es gerade die vielen Pannen und Fehltritte, die Weihnachtsfeiern für die Beschäftigten so reizvoll erscheinen lassen. Auf der Hitliste der Peinlichkeiten steht übermäßiger Alkoholgenuss ganz oben: 47 Prozent der Befragten erklärten, dass sie auf einer Weihnachtsfeier schon mal “total betrunken” gewesen seien. 27 Prozent haben eine Kollegin geküsst, und 14 Prozent wurden sogar schon mal während des Festes “beim Sex erwischt”. Fast ebenso viele – 13 Prozent – haben allerdings bei einer Weihnachtsfeier eine Panne erlebt, die eher unerotischer Natur ist: Sie lästerten über einen Kollegen, dem das anschließend brühwarm verraten wurde. Aber auch derbere Peinlichkeiten gehören offenbar zu den adventlichen Betriebsfesten wie die Kerzen auf den Tischen: 8 Prozent gaben an, jemanden “stark verbal beleidigt” zu haben, 6 Prozent haben auf einer Feier schon mal eine Schlägerei mit einem Kollegen angefangen, 5 Prozent mussten sich vor den Augen aller Anwesenden übergeben, und 4 Prozent legten vor der versammelten Mannschaft einen Striptease hin.

Dass der Chef all das Treiben auf den Weihnachtsfeiern beobachtet, stört die Mitarbeiter offenbar wenig. Aber vor allzuviel Vertrautheit gegenüber dem Boss haben die meisten Beschäftigten trotz der ausgelassenen Atmosphäre deutliche Hemmungen. Nur 36 Prozent haben ihren Vorgesetzten im Rahmen einer Weihnachtsfeier schon mal spontan geduzt. Die große Mehrheit von 64 Prozent blieb bislang selbst unter heftigem Alkohol-Einfluss beim respektvollen “Sie”. Aber wer weiß, was in diesem Jahr alles passiert?

US-Buerger muessen Weihnachten sparen

Thursday, October 30th, 2008

Konjunkturlokomotive auf dem Abstellgleis: US-Verbraucher müssen an Weihnachten sparen – und geben Präsident Bush die Schuld für die Krise

AlixPartners: US Holiday 2008 Consumer Sentiment Index – Stimmungsbarometer für das US-Weihnachtsgeschäft 2008

- Fast zwei Drittel der Befragten planen, weniger Geld für Geschenke auszugeben
- 87 Prozent glauben, die USA befinden sich bereits in einer Rezession
- 51 Prozent machen die Bush-Regierung für die aktuelle wirtschaftliche Situation verantwortlich
- 74 Prozent zweifeln an der Fähigkeit der Politik, die Wirtschaft in den Griff zu bekommen

Nach dem Finanzkollaps an der Wall Street und vor der Weihnachtseinkaufssaison plant eine große Mehrheit (64 Prozent) der amerikanischen Konsumenten, weniger Geld für Geschenke auszugeben und den Gürtel enger zu schnallen. Damit reagieren die amerikanischen Verbraucher auf die Wirtschaftskrise, von der fast die Hälfte annimmt, dass sie mindestens drei Jahre dauern werde. Das ergab eine Umfrage von AlixPartners unter 1000 Verbraucherinnen und Verbrauchern in den USA.

Den AlixPartners Holiday 2008 Consumer Sentiment Index – eine aktuelles Stimmungsbarometer für US-Konsumenten vor dem Weihnachtsgeschäft 2008 – führt die Einzelhandels-Practice von AlixPartners durch. Die Umfrage ergab auch, dass 87 Prozent der Verbraucher annehmen, die USA befänden sich gegenwärtig entweder in einer Rezession oder Depression (20 Prozent sagten Depression). 74 Prozent der Befragten geben an, es mangele ihnen an Vertrauen in die Fähigkeit der Politiker, effektiv auf die Wirtschaft einzuwirken. Auf die Frage, ob John McCain oder Barack Obama besser geeignet seien, die Wirtschaft in den Griff zu bekommen, sagten 28 Prozent: “Keiner von beiden ist der Aufgabe gewachsen”.

Auswirkungen auf Deutschland
“Die langjährige Konjunkturlokomotive der USA, die Verbraucher, sind nicht mehr nur nervös, sondern sie zeigen Zukunftsangst”, sagt Roman Zeller, Geschäftsführer von AlixPartners. “Da der private Konsum in den USA für mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandprodukts steht, wird das enorme Konsequenzen für die amerikanische Wirtschaft haben. Und wenn die US-Verbraucher ihre Ausgaben einschränken, hat das auch direkte Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft.Die Auswirkungen sind sofort spürbar in der Automobilindustrie, die direkt nach USA exportiert, aber auch im Maschinen- und Anlagenbau. So werden derzeit bei deutschen Maschinenbauern Aufträge aus China storniert, weil in China aufgrund fehlender Konsumnachfrage aus USA Fabriken schließen müssen. WalMart zum Beispiel hat die Bestellungen von Spielzeug aus China für das Weihnachstgeschäft bereits drastisch reduzieren müssen.”

In der AlixPartners-Umfrage sagten 86 Prozent der Befragten, dass sie dieses Jahr weniger als 1000 Dollar für Weihnachtsgeschenke ausgeben werden. 37 Prozent erwarten, bei den Ausgaben unter 250 Dollar zu bleiben (im Vorjahr: 21 Prozent). Insbesondere Frauen richten sich aufs Sparen ein. 69 Prozent aller weiblichen Befragten gaben an, diese Weihnachtssaison weniger ausgeben zu wollen (gegenüber 58 Prozent der Männer).

Verbraucher geben Bush-Regierung die Schuld für die Krise
Ebenfalls bemerkenswerte Ergebnisse der Studie: 37 Prozent der Befragten gab “Verbrauchern, die über ihre Verhältnisse leben” die Schuld an der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation. Diese Antwort landete auf einer Liste mit dreizehn möglichen Antworten an dritter Stelle. Auf Platz eins steht “die Bush Regierung” mit 51 Prozent. Auf Rang zwei “die Hypothekenbanken”.

“Während in der ersten Hälfte des Jahrzehnts viele Einzelhändler in den USA das `trading-up´ Phänomen genossen haben, wird die Parole in dieser Weihnachtssaison `trading-down´ heißen”, sagte Detlev Schauwecker, Leiter der Einzelhandel-Practice von AlixPartners in Deutschland. “Die Konsumenten in USA werden sich nach unten orientieren im Hinblick darauf, welche und wie viele Produkte sie kaufen und auch im Hinblick darauf, bei welchen Marken sie zugreifen und bei welchen Händlern. Derzeit wird alles in Frage gestellt, denn die Verbraucher suchen aktiv und bewusst nach günstigeren Handelskanälen. In manchen Fällen handeln die Verbraucher dabei aus aktueller Geldnot, in anderen Fällen aus Angst. Kaufhäuser und Fachhändler werden unserer Meinung nach besonders hart getroffen werden. Doch letztlich ist kein Einzelhändler vor dieser Flutwelle geschützt, die nun anscheinend als zweite Schockwelle auf die Krise an der Wall Street folgt”, so Schauwecker.

Exportindustrie muss Kosten senken
“Die deutsche Exportindustrie muss sich auf einen enormen Nachfragerückgang aus den USA gefasst machen und die nötigen Maßnahmen ergreifen. Gleichzeitig müssen die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sich auf Stornierungen aus den Ländern einstellen, die Konsumartikel für USA produzieren – vor allem China. Prioritäten in dieser Situation: Sofortiges Liquiditätsmanagement, dann drastische Kostensenkungen, dann Flexibilisierung der Fixkosten. Unternehmen, die jetzt noch weiterproduzieren und Läger aufbauen, statt Balast abzuwerfen, werden diesen Sturm vielleicht nicht überstehen ” sagt Roman Zeller.

Studie: Was Fach- und IT-Abteilung aneinander nicht moegen

Tuesday, June 24th, 2008

Untersuchung des Beratungshauses Corporate Quality zeigt Kommunikationsprobleme und Konfliktpotenziale, die deutsche Unternehmen jährlich Milliarden kosten.

Laut einer Studie* des IT-Beratungshauses Corporate Quality rechnen drei Viertel der Experten mit jährlichen Schäden von über 20 Mrd. Euro durch Reibungsverluste zwischen IT- und Fachabteilung.

Was jedoch ist genau das Problem, das beide Parteien miteinander haben? Wo liegen die Schwierigkeiten? Corporate Quality befragte dazu sowohl Vertreter der einen als auch der anderen Seite. Demnach sehen 80 Prozent der Beteiligten Kommunikationsprobleme, die Hälfte spricht gar von häufigen Missverständnissen. 44 Prozent konstatieren ein ständiges “Aneinander-vorbei-Arbeiten” und jeder Fünfte gar alles zusammen.

Befragt nach dem Fehlverhalten der jeweils anderen Seite, geben die IT-Mitarbeiter folgende Auskunft: Der Aussage “Die Fachabteilung denkt nie an die Umsetzbarkeit.” stimmen 70 Prozent zu und der Klage “Die wissen uns gar nicht zu schätzen!” 62 Prozent.

Die Fachabteilung ihrerseits bemängelt zuviel “Fachchinesisch” (78 Prozent) in der Kommunikation mit den IT-Kollegen. Die Hälfte der Befragten wirft den Computer-Spezialisten darüber hinaus vor, “an der Realität vorbei” zu arbeiten. Immerhin 48 Prozent der fachlichen Mitarbeiter ist außerdem der Meinung, dass die IT-Abteilung “das Unternehmen zuviel Geld” kostet.

“Ganz offensichtlich findet man hier ein erhebliches Konfliktpotenzial, dass die Firmen teuer zu stehen kommen kann. Über die Hälfte der von uns befragten Fachleute sagt daher auch, dass es eines IT-Managements auch auf der Fachseite bedarf und dass die Fachseite bei den IT-Projekten direkt mitwirken sollte”, erklärt Ernst Häupler, Consultant bei Corporate Quality.

* Die Studie ist im explorativen Bereich einzuordnen. Sie spiegelt die Grundstimmung in der Branche wieder und lässt aus diesem Grund Rückschlüsse auf bestimmte Tendenzen zu.