Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

Studenten fordern Abschaffung Studiengebuehren

Wednesday, June 25th, 2008

70 Prozent der betroffenen deutschen Studenten haben sich in einer Umfrage für eine sofortige Abschaffung der Studiengebühren nach dem Vorbild Hessens ausgesprochen.

Wie die ZEIT berichtet, herrscht laut der zweiten “Gebührenkompass”-Umfrage der Universität Hohenheim außerdem eine tiefe Unzufriedenheit unter den Studierenden über die Verwendung ihrer Gelder durch die Universitäten. Auf einer Notenskala von 1 bis 6 beurteilen sie die Ausgabenpolitik ihrer Hochschule im Schnitt mit 4,55. “In der Schule wäre das gerade noch ‘ausreichend’ bis ‘mangelhaft’”, sagt der Leiter der Gebührenkompass-Studie, der Hohenheimer Marketingprofessor Markus Voeth.

Hohenheimer Wissenschaftler hatten in ihrer zweiten “Gebührenkompass”-Umfrage mehr als 6100 Studenten an 54 Universitäten in allen bisherigen Bundesländern mit Campus-Maut befragt.

Laut Studie ist offenbar die schlechte Informationspolitik vieler Hochschulen mitverantwortlich für die ablehnende Haltung der Studenten. Sobald diese sich besser informiert fühlen, steige auch ihre Zufriedenheit mit der Gebührenverwendung deutlich, betont Voeth. Die Studenten müssten zudem die Verbesserungen am eigenen Leib spüren, ergänzt der Hochschulexperte Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). “Für Studenten ist schwer einsichtig, warum sie für die Infrastruktur aufkommen sollen … Aber sobald die Hochschulen anfangen, mit dem Geld zusätzliches Lehrpersonal einzustellen, wird der Nutzen für die Studenten greifbarer, dann nimmt auch ihre Zustimmung zu.”

Die Ergebnisse des Gebührenkompass 2008 sind ab dem 26. Juni 2008 unter gebuehrenkompass.de abrufbar.

Liebe macht doch blind

Thursday, June 19th, 2008

Liebe macht doch blind – Verliebten fehlt der Blick für fremde Reize

Wer seinen Partner liebt, ist weniger empfänglich für die Reize anderer, berichtet die “Apotheken Umschau” unter Berufung auf eine Studie der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Demnach erinnern sich Menschen, die sich in Gedanken liebevoll auf ihren Partner konzentrieren, nur schlecht an das Bild einer attraktiven Person, das ihnen zuvor gezeigt wurde.

E-Learning liegt im Trend

Friday, December 7th, 2007

Aus insgesamt 29 eingereichten Beiträgen hat eine Jury aus Mitgliedern der Universität und Vertretern externer Einrichtungen wie der Badischen Zeitung oder der Medienbranche sieben Preisträger für den Medienpreis 2007 bestimmt.

Als Preise wurden ein Hauptpreis (10.000 Euro) für ein abgeschlossenes Projekt vergeben und fünf Förderpreise (je 5.000 Euro). Studierende konnten einen Sonderpreis erlangen, ein von der Firma System Integration Alexander gestiftetes Notebook von IBM/Lenovo im Wert von 1.200 Euro.

Der Beitrag “O3 – Eine integrierte E-Learning Plattform für die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie” wurde von Herrn Dr. Martin Boeker aus dem Institut für Medizinische Informatik und Biometrie und em Studiendekanat der Medizinischen Fakultät eingereicht und errang der Hauptpreis. Die Plattform zeigt vorbildlich die Integration von E-Learning in fachspezifische Anforderungen der Lehrinhalte und der Lerngewohnheiten. Dass diese Erfolgreiche Implementierung gelang begründet sich auch darin, dass Studierende als Zielgruppe einbezogen wurden und eine Evaluation den Prozess optimieren half.

Ein Förderpreis ging an das Projekt “GAT-TO – Gesprächsanalystisches Transkriptionssystem Tutorial Online”, eingereicht von Pia Bergmann und Christine Mertzlufft vom Deutschen Seminar. Das zu entwickelnde Online-Modul soll Studierenden verschiedener Fachrichtungen das gesprächsanalytische Transkriptionssystem GAT theoretisch und praktisch näher bringen. Der Bedarf einer multimedialen Heranführung an das Thema ist deutlich vorhanden und wird das Produkt für viele Fachbereiche und Institutionen zu einer willkommenen Ergänzung des Ler-Lern-Materials werden lassen.

Aus dem Bereich der Medizin stammt das E-Learning Angebot “Lungenfunktion”, das ebenfalls einen Förderpreis erhielt. Prof. Dr. Joachim Müller-Quernheim und Prof. Dr. Stephan Sorichter aus der Medizinische Universitätsklinik (Abteilung Pneumologie) haben hier einen Lehrinhalt – auch auf Nachfrage und unter Beteiligung der Studierenden – multimedial aufbereitet und auf der Lehr-Lernplattform der Universität bereitgestellt.

Für die Sozialwissenschaften an der Forst- und Umweltfakultät hat Herr Dr. Achim Schlüter vom Institut für Forstökonomie das Projekt “SoWi CampusOnline” erfolgreich eingereicht und einen Förderpreis erhalten. Die Initiative soll die Nutzung der Lehr-Lernplattform intensivieren und vor allem die didaktischen Methoden erweitern, so dass der Onlinebereich mehr wird als nur ein “Datenschrank”. Interaktive Test, Veranstaltungsaufzeichnungen, intensive Forenarbeit und vieles mehr sollen in dieser Initiative für den Fachebreich erschlossen werden, so dass für die Dozierenden und für die Studierenden ein attraktives und lernförderndes E-Learning Angebot entsteht.

Mit “Mobil-GIS” soll in der Lehre der Forstwissenschaftlichen Fakultät Modernität Einzug halten. Nach der förderpreiswürdigen Idee von Tobias Ludwig aus dem Arbeitsbereich Wildtierökologie und Wildtiermanagement sollen in einer Standradlehrveranstaltung, in der Geländedaten erhoben werden, mobile Pocket-PCs mit einem minimalen geographischen Informationssystem (GIS) genutzt werden. Damit würde die Lehre zeitgemäß modernisiert, da heute weder Ingenieurwesen, noch Polizei oder Katastrophenschutz noch mit Papierkarten und Bleistiften im Gelände arbeiten; sie alle nutzen mobiles GIS.

Um Geodaten zu organisieren, analysieren und zu visualisieren und zudem darüber zu kommunizieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen benötigt es die “Kollaborative Geokommunikation”. Aus dem Institut für Physische Geographie haben Prof. Dr. Axel Drescher, Dipl.-Geogr. Stephanie Glaser und Dipl.-Geogr. Marco Lechner ein Projekt eingereicht, in dem online gemeinschaftlich Geodaten visualisiert, interpretiert und erzeugt werden können. Neben dem erleichterten Zugriff soll zudem die Nutzung vereinfacht werden, um Geodaten zu einem kommunizierbaren Inhalt werden zu lassen. Das spannende Vorhaben war der Jury einen Förderpreis wert.

Der Sonderpreis für Studierende ging an Peter Schmitt, der mit “Reviewd” ein Werkzeug für kollaboratives Lernen durch Lehren bereitgestellt hat. Vornehmlich sollen damit Programmiercodes auf einer Webplattform gemeinschaftlich kommentiert und weiter entwickelt werden. das Werkzeug ist bereits an der Universität im Einsatz und dies spricht für den Erfolg.

Der Medienpreis der Universität Freiburg wurde im Jahr 2007 zum vierten Mal vergeben. Ziel der Ausschreibung ist es, die Mediennutzung an der Albert-Ludwigs-Universität nachhaltig zu fördern. Gleichzeitig soll er die Bedeutung des Medieneinsatzes beim Lehren und Lernen an der Universität Freiburg hervorheben, die Qualität in diesem Bereich verbessern und die Mitglieder der Universität dazu ermuntern, Medien professionell einzusetzen. Mit dem Preis werden deshalb Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich um die Fortentwicklung der Mediennutzung an der Universität Freiburg verdient gemacht haben. Durch die Würdigung und Förderung von vorbildlichen Prozessen und Produkten wird auf lange Sicht die Basis für einen breiten und qualitativ hochwertigen Medieneinsatz an der Universität geschaffen.

Durch das öffentliche Interesse des Preises und die dadurch wachsenden Verbindungen zu außeruniversitären Einrichtungen wird ferner die führende Stellung der Universität Freiburg im Bereich der Neuen Medien betont.

Weitere Informationen zu den einzelnen Beiträgen finden Sie auf den Seiten der Koordinierungsstelle für Neue Medien: newmedia.uni-freiburg.de/go/mp07

Wikipedia siegt im Test gegen Brockhaus Online

Wednesday, December 5th, 2007

Wikipedia gehört neben Google zu den größten Recherche-Angeboten im Internet. Aber weil Wikipedia von ganz normalen Nutzern geschrieben wird, müssten sich, so Kritiker, in dem kostenlosen Online-Lexikon viele Fehler finden. Um dies zu überprüfen, ließ die Hamburger Zeitschrift stern Wikipedia von Experten des Recherche-Instituts “Wissenschaftlicher Informationsdienst Köln” untersuchen.

Das Online-Lexikon Wikipedia Für den stern-Test wurden 50 zufällig ausgewählte Einträge aus den Fachgebieten Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Erdkunde, Medizin, Geschichte und Religion überprüft. Die fünf Kriterien Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit wurden mit Schulnoten bewertet. Wikipedia erzielte über alle Bereiche eine Durchschnittsnote von 1,7. Die Einträge zu den gleichen Stichworten in der kostenpflichtigen Online-Ausgabe des 15-bändigen Brockhaus (brockhaus.de/nachschlagen), die nach Verlags-Angaben “permanent aktualisiert” wird, erreichten lediglich eine Durchschnittsnote von 2,7.

Ob “Hartz IV”, “U2″, “Penicillin” oder “Moses”: Bei 43 Artikeln bekam Wikipedia bessere Noten als die Konkurrenz. Nur bei sechs Stichworten lag der Brockhaus vorn, in einem Fall erhielten beide Nachschlagewerke die gleiche Note.

Besonders gut schnitt Wikipedia in der Kategorie Aktualität ab. Beispiel: Während im Wikipedia-Artikel zu Luciano Pavarotti dessen Ableben bereits am Todestag vermerkt worden war, erwähnte der Brockhaus-Eintrag den Tod des Tenors selbst am 2. Dezember noch nicht. Der Literatur-Nobelpreis für die Schriftstellerin Doris Lessing, in Wikipedia längst beschrieben, fehlte beim Brockhaus zu diesem Zeitpunkt ebenso.

Überraschend siegte Wikipedia beim stern-Test auch in der Rubrik “Richtigkeit”. Angesichts der Tatsache, dass hier Freiwillige gratis gegen professionelle Redakteure antreten, war dies nicht zu erwarten.

Einzig bei der Verständlichkeit liegt der Brockhaus vorn. Einige Wikipedia-Artikel sind für Laien schlicht zu kompliziert, viele zu weitschweifig, urteilten die Tester. Die vollständigen Testergebnisse sind auf Anfrage in der Stern-Nachrichtenredaktion erhältlich

Studie zur Chat-Kommunikation

Thursday, November 29th, 2007

Dr. Michael Beißwenger vom Dortmunder Institut für deutsche Sprache und Literatur hat eine grundlegende Studie zu den kommunikativen Besonderheiten des Chattens im Internet vorgelegt.

Das Buch mit dem Titel “Sprachhandlungskoordination in der Chat-Kommunikation” ist soeben beim Berliner Wissenschaftsverlag de Gruyter erschienen. Beißwenger untersucht in seiner Studie, mit der er im März 2007 von der Fakultät Kulturwissenschaften mit Auszeichnung promoviert wurde, die Unterschiede zwischen Chats und mündlichen Gesprächen und deren Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Chatter ihren sprachlichen Austausch organisieren.

Für seine Untersuchung hat Beißwenger in einem Multimedia-Labor eine Nutzerstudie durchgeführt, bei der er per Videoaufzeichnung und mit Screen Capturing-Verfahren Probanden beim Chatten beobachtete. Aufgezeichnet wurden dabei sämtliche Tastatureingaben sowie das Blickrichtungsverhalten und weitere nichtsprachliche Verhaltensweisen der Nutzer vor ihren Bildschirmen. Dieses in der Forschung zur internetbasierten Kommunikation bislang einzigartige Material erlaubt detaillierte Einblicke in die Strategien, die Chatter wählen, um sich möglichst effizient in Echtzeit per Tastatur auszutauschen. So konnte Beißwenger feststellen, dass rund 20 Prozent aller Texteingaben, die während der Chat-Teilnahme getätigt werden, nie abgeschickt werden, da sich ihre Relevanz zwischen Beginn und Ende der Textbearbeitung geändert oder erledigt hat. Da Chat ein schriftliches Medium ist und man nicht über einen längeren Zeitraum gleichzeitig neue Beiträge der Partner lesen und eigene neue Beiträge verfassen kann, kommt es zwangsläufig dazu, dass das, was man als Chatter zu einem bestimmten Zeitpunkt beitragen wollte, schon nicht mehr richtig „passt“, wenn man den zugehörigen Beitrag fertig getippt hat. Um jeweils sinnvoll an den aktuellen Stand des Kommunikationsverlaufs anzuschließen, entscheiden sich Chatter daher häufig dafür, bereits getätigte Eingaben wieder zu löschen und statt dessen etwas Neues zu produzieren, was dem, was von den Partnern auf dem Bildschirm zu lesen ist, besser entspricht. Was auf den ersten Blick unökonomisch anmutet, erweist sich somit letztlich als eine Strategie, mit den besonderen Anforderungen schriftlicher Echtzeit-Kommunikation per Internet umzugehen und sich dabei jeweils angemessen zu dem zu verhalten, was man als letzten Beitrag der Chat-Partner am Bildschirm gelesen hat.

Am Lehrstuhl für Linguistik der deutschen Sprache und Sprachdidaktik (Prof. Dr. Angelika Storrer), an dem Beißwenger als Mitarbeiter tätig ist, bilden die internetbasierte Kommunikation (E-Mail, Chat, Foren, Wikis & Co.) und ihre Nutzung in Beruf, Bildung und Medien bereits seit mehreren Jahren einen Schwerpunkt in Forschung und Lehre. Ein Überblick über Projekte und Aktivitäten in diesem Bereich findet sich im WWW, eine umfangreiche und für Analysezwecke aufbereitete Sammlung von Chats wird von Prof. Dr. Storrer und Dr. Beißwenger hier bereitgestellt.

Das Buch bestellen:
Sprachhandlungskoordination in der Chat-Kommunikation
von Michael Beißwenger