Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

Handy gibt Ozonalarm

Monday, November 26th, 2007

Sensor des Fraunhofer IAF und der TU Ilmenau misst Ozonbelastung zu jeder Zeit an jedem Ort

Handy gibt OzonalarmDer miniaturisierte Ozonsensor erreicht Messempfindlichkeiten von 40 ppb und ist nach zwei Minuten bereit für einen neuen Messzyklus © Fraunhofer IAF

Forschern des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg und einer Arbeitsgruppe um Professor Oliver Ambacher an der Technischen Universität Ilmenau(seit Oktober 2007 Leiter des IAF) ist es gelungen, einen völlig neuartigen, hochempfindlichen, miniaturisierten Ozon-Sensor zu entwickeln. Aufgrund seiner geringen Abmessungen ist der innovative Sensor prädestiniert, um in mobile Geräte, wie Handys und PDAs eingebaut zu werden.

Auf die Rückseite einer violetten Leuchtdiode (LED) wurde eine nur 15 Nanometer dicke Indiumoxidschicht mit einem Niederdruck-Gasphasen-Verfahren abgeschieden. Der elektrische Widerstand dieser Nano-Schicht ändert sich durch Oxidation proportional zur Ozon-Konzentration in der Umgebungsluft. Schaltet man die LED ein, regeneriert sich der Sensor durch einen kalten photochemischen Reduktionsprozess. Der Sensor ist nach 2 Minuten wieder bereit für einen neuen Messzyklus. Mess-Empfindlichkeiten von bis zu 40 parts per billion (Teilchen pro Milliarde, entspricht etwa 80 μg/m3) konnten mit diesem neuartigen Bauelement bereits demonstriert werden.

Bisherige Sensoren mussten auf Temperaturen von fast 300 Grad Celsius aufgeheizt werden, um die Messoberfläche zu regenerieren. Dadurch sind herkömmlichen Sensoren relativ teuer, benötigen viel Energie und können nicht überall eingesetzt werden.

Ozon in der Atemluft ist ein zunehmendes Gesundheitsproblem für die Menschen in unserer technisierten Welt. Quellen für dieses gesundheitsschädliche Gas sind unter anderem Industrie- und Verkehrsemissionen, die bei wärmerem Wetter in Verbindung mit intensiver UV-Strahlung bodennahes Ozon bilden, den Sommersmog. Auch Laserdrucker und Kopiergeräte in Büroumgebungen können eine Quelle für diese Belastung sein.

Das stark oxidierend wirkende Gas kann beim Menschen Symptome wie Tränenfluss, Schleimhautreizungen in Rachen, Hals und Bronchien, Kopfschmerzen, Hustenreiz oder auch eine Verschlechterung der Lungenfunktion verursachen. Aufgrund der erheblichen Gesundheitsgefährdung durch Ozon will die Europäische Kommission den Richtwert von derzeit 120 auf 60 parts per billion bis zum Jahr 2010 senken. Zur Überwachung dieser neuen Bestimmung ist jetzt ein erheblich gestiegener Bedarf an neuen, empfindlichen und kostengünstigen Ozon-Sensoren entstanden.

Avatare sollen Emotionen bekommen

Wednesday, October 24th, 2007

Avatare verleihen Menschen in der virtuellen Welt einen Körper sowie ein Gesicht und helfen aufgrund der Visualisierung mit anderen in Kontakt zu treten und sich in Realitäten aus Bits und Bytes zu bewegen.

“Die virtuellen Gesellen haben jedoch ein Kommunikationsproblem, da sie zu statisch sind”, meinen die beiden Forscher Penny-Anne Kaye De Byl und Christopher William Mills von der australischen University of Southern Queensland http://www.uq.edu.au. Die Wissenschaftler arbeiten an einer Methode, mit der sie den Avataren Emotionen verleihen wollen, die diese im Web schließlich zeigen können.

avatare

Avatare sind im vergangenen Jahr vor allem durch das Online-Spiel Second Life der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Geht es nach den Entwicklern dieser Welten, so sollen sie den Internetuser künftig durch das gesamte Web begleiten und nicht nur auf eine einzelne Webanwendung bzw. ein Rollenspiel beschränkt bleiben. Die australischen Forscher wollen den Avataren nun noch zu größerer Ausdrucksstärke verhelfen, indem das virtuelle Abbild des Spielers je nach Stimmung entweder glücklich oder traurig aussehen kann. (Foto: secondlife.com)

De Byl und Mills wollen die Konversation der Avatare analysieren und aus dem Kontext und dem Inhalt auf die Stimmung schließen, berichtet der NewScientist. So werden bestimmte Worte, die von vorne herein mit Emotionen verbunden sind, von dem System gesucht und erkannt. Tauchen sie in einem Gespräch auf, so soll dadurch auf den Gemütszustand geschlossen werden können. Dieselben Methoden können auch in einem Gespräch angewandt werden, wobei hier zusätzlich noch die Stimmlage des Sprechenden in die Analyse einfließen kann.

Ansätze in eine Richtung der Emotionalisierung wurden bereits von anderen Entwicklern unternommen. So kamen Sensoren zum Einsatz, die den Körper der realen Person überwachen. Diese Systeme sollten aufgrund von Messwerten wie Herzschlag oder Intensität der Schweißabsonderung über die Haut auf die Stimmung des Menschen schließen und auf sein virtuelles Abbild übertragen. Sensorenbasierte Methoden sind jedoch aufwendig, zumal einerseits die Hardware vorhanden sein muss und sie andererseits vor dem “Betreten” des Webs positioniert und aktiviert werden müssen.

Aussender: www.pressetext.at

Stammzellen im Gehirn halten uns jung

Wednesday, October 17th, 2007

Eine Stammzelltherapie gegen Demenz – das ist heute noch eine Vision. Aber wir alle haben unsere eigene Quelle für Vitalität in uns, betont Professor Anna Wobus, eine der führenden deutschen Expertinnen auf dem Gebiet der Stammzellforschung in der neuen Ausgabe von BRIGITTE WOMAN (ab heute im Handel).

“Wenn wir geistige und körperliche Betätigungen koppeln,” so die Zellbiologin, “kurbeln wir die Aktivität der neuralen Stammzellen in unserem Gehirn an.” Das halte jung und sei das beste Mittel, um Alterungsprozesse zu verlangsamen.

Im BRIGITTE WOMAN-Gespräch erklärt sie außerdem, welche Chancen sonst noch in den viel gerühmten Alleskönner-Zellen stecken, aber auch welche Risiken die Stammzell-Forschung mit sich bringt und wo eindeutig falsche Hoffnungen geweckt werden.

Veganer wollen keinen Sex mit Fleischessern

Wednesday, August 1st, 2007

Immer mehr Veganer meiden nach Erkenntnissen einer neuseeländischen Wissenschaftlerin Sex mit Fleischessern.

Veganer würden nicht nur auf alle tierische Produkte verzichten, sondern auch sexuellen Kontakt mit Nicht-Veganern ablehnen.

Das sagte die stellvertretende Leiterin des Zentrums für Studien über Menschen und Tiere an der neuseeländischen Canterbury Universität, Annie Potts, der Tageszeitung “The Press”. Veganer lebten nach dem Motto “Man ist was man isst” und würden Fleischesser als “Friedhof für Tiere” ansehen. Annie Potts entdeckte das Phänomen des “veganen Sex” während einer Studie, für die sie 157 Vegetarier und Menschen, die nach ethischen Gesichtspunkten einkaufen, interviewte.

Carnivore sex off the menu:
http://www.stuff.co.nz/stuff/4147483a6009.html

Was ist eigentlich ein Veganer?

Veganismus ist eine ethisch begründete Einstellung und Lebensweise, welche die Nutztierhaltung und den Konsum tierischer Produkte völlig ablehnt. Menschen, die sich vegan ernähren, vermeiden somit den Konsum von Fleisch, Milch, Eiern, Gelatine und anderen tierischen Lebensmitteln. (http://de.wikipedia.org/wiki/Veganismus)

Wie Oetzi wirklich starb

Saturday, June 23rd, 2007

Wie Ötzi wirklich starb – Der Eismann wurde aus dem Hinterhalt erschossen – Mörder aus dem eigenen Stamm?

NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND rekonstruiert in der Titelgeschichte der Juli-Ausgabe (EVT 22.6.2007) das Leben und die letzten Stunden des Mannes aus der Kupferzeit, der als Gletschermumie “Ötzi” weltberühmt ist. Im späten Frühling  eines Jahres zwischen 3350 und 3100 v. Chr. überquert der etwa 45 Jahre alte Mann einen 3210 Meter hohen Pass in den Tiroler Alpen.

Er hat eine Wunde an der rechten Hand, die wenige Tage alt ist. Vom Schnalstal hinauf geht er in die Berge, erst durch Laubwald, dann durch lichten Lärchen- und Fichtenwald. Anhand von Pollenfunden in Ötzis Verdauungstrakt konnten Wissenschaftler diese Route verfolgen. Als letzte Mahlzeit isst er Fleisch vom Rothirsch, dazu Einkornbrot. Sein Proviant wurde auf offenem Feuer zubereitet, dann zum Mitnehmen in Moos verpackt. Das zeigen Untersuchungen des Speisebreis. Nach einigen Stunden erreicht er den Übergang auf dem Tisenjoch und breitet in einer Felsmulde seine Grasmatte für eine kurze Rast aus. Es ist eine tödliche Falle: Seine Mörder, die ihm unauffällig gefolgt sind oder ihm hier aufgelauert haben, schießen aus dem Hinterhalt. Aus etwa 20 Metern Entfernung durchschlägt ein Pfeil Ötzis linke Schulter und verletzt eine lebenswichtige Arterie. Tödlich getroffen fällt Ötzi mit dem Gesicht nach vorn auf den Felsen. Der Schütze setzt nach und reißt den Pfeilschaft heraus, die Spitze aus Feuerstein bleibt stecken. Ötzi verblutet und stirbt innerhalb weniger Minuten an einem Kreislaufschock. Diese Todesursache konnte ein Forscherteam aus Bozen und Zürich unter Leitung des Pathologen Eduard Egarter Vigl mit modernster Computertomographie eindeutig belegen.

Ötzi  war ein schmächtiger, sehniger Mann mit blauen Augen und dunkelbraunen Haaren; 40 bis 53 Jahre alt, etwa 1,60 Meter groß und 50 kg schwer. Dass er offenbar ein gutsituierter Mann war, zeigen Kleidung und Habseligkeiten, die bei der Mumie gefunden wurden. Darunter ein wertvolles Kupferbeil, Leggings aus fein verarbeitetem Ziegenleder und ein perfekt genähter Fellmantel. Nach dem Meuchelmord blieb diese Habe unberührt. Das lässt darauf schließen, dass die Täter Leute seines eigenen Stammes waren. Hätten sie Ötzis Kupferbeil mitgenommen, wären sie vermutlich schnell als Mörder enttarnt worden.

Warum Ötzi sterben musste, bleibt ungeklärt, aber auch hier geben wissenschaftliche Analysen Anlass für neue Hypothesen. Allem Anschein nach hatte sich in Ötzis letzten sechs Monaten Dramatisches abgespielt. Vielleicht trachtete ihm jemand nach dem Leben, vielleicht gab es auch Konflikte um seine vermutete Rolle als einflussreiche  Person (“Big Man”) seines Clans. Denn Ötzi könnte zeugungsunfähig gewesen sein und hätte demnach keine eigenen Nachkommen gehabt: Mutationen seiner DNA weisen jedenfalls auf eine eingeschränkte Spermienmobilität hin. Vor seinem Tod war Ötzi außerdem heftigem Stress ausgesetzt, das belegen deutliche Querfurchen in seinen Fingernägeln.

Eine Verkettung günstiger Umstände – eiskaltes Schmelzwasser, Sonne und Wind, dann Schnee und Eis – ließ  Ötzis Leiche zur Feuchtmumie werden. Im Schutz der Felsmulde, be-wahrt vor dem Mahlstrom des Gletschers, überstand sie unversehrt die Jahrtausende bis zu ihrer Entdeckung im September 1991. Ötzi ist damit der älteste erhaltene Mensch unserer Art, älter als  Pharao Tutanchamun und älter als alle Ritualopfer, die bisher entdeckt wurden. (NATIONAL GEOGRAPHIC)