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Stellungnahme NDR Panorama zum Beitrag Killerspiele

Sunday, February 25th, 2007

Eine Sendung des NDR Magazins “Panorama” hatte in den vergangenen Tagen für Aufregung in der Gamer-Szene gesorgt. Es ging hierbei um “Killerspiele im Internet”, u.a. um das PC Spiel “Call of Duty”. Danach hat der NDR anscheinend eine Vielzahl von Emails mit Anfragen bekommen.

Hier jetzt eine Stellungnahme zum Beitrag “Killerspiele” aus dem Panorama-Forum:

Quelle: http://daserste.ndr.de/de-forum/thread.jspa?threadID=62&tstart=0

[Anfang Stellungnahme im Panorama Forum]

PANORAMA, Antwort zu den Einträgen zum Beitrag “Killerspiele im Internet” vom 22.02. – Geschrieben am: 23.02.2007 16:33

Sehr geehrte Zuschauer/in,

da wir zu unserem Beitrag „Killerspiele im Internet“ eine Vielzahl von e-mails bekommen haben, können wir leider nicht jede einzelne Anfrage persönlich beantworten. Wir möchten versuchen, die wichtigsten Fragen, Anregungen oder Kritikpunkte in dieser Antwort-Mail zu berücksichtigen.

1. In unserem Beitrag geht es nicht darum, generell Computerspiele zu verunglimpfen oder ein generelles Verbot zu fordern. Es geht um die politische Verbotsdebatte sog. Killerspiele, die die „Jagd und das Töten von Menschen oder menschähnlichen Avantaren in besonders brutaler Form“ zum Inhalt haben.

2. In unserem Beitrag wurde auch über „Call of Duty“ berichtet. Wir haben im Text sehr deutlich gemacht, dass es sich dabei um die „Internet-Version“ handelt, in der sog. Clans gegeneinander antreten können. Auch die von uns befragten Spieler haben dabei geschildert, dass in dieser Online-Variante Rollen wie „Nazis, Amerikaner oder Russen“ gespielt werden können. In einem der von uns gezeigten Internet-Mitschnitte haben Amerikaner gegen Deutsche gekämpft. Dort kann auch die Version “Death Match” gespielt werden, „möglichst viele Menschen zu töten“.

3. Wir haben im Bezug auf Call of Duty deutlich gesagt, dass man Zusatzmodifikationen wie Hakenkreuze oder SS-Runen über das Internet downloaden kann. Und zwar illegal! Das heißt, derartige Symbole sind in der deutschen Originalfassung des Herstellers nicht enthalten. In der amerikanischen oder britischen Variante hingegen sehr wohl.

4. Call of Duty wird vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs gespielt. Niemand hat platt behauptet, dass User durch dieses Spiel zu Rechtsextremen würden. In unserem Beitrag sind zu Call of Duty zwei Positionen zu Wort gekommen. Der „Spieler“ macht deutlich, dass der politische Hintergrund für ihn keinerlei Bedeutung hat, und der Interviewpartner der Internetsicherheitsfirma hat seine Meinung zu Ausdruck gebracht, dass durch dieses Spiel der Zweite Weltkrieg verharmlost würde. Wir halten eine Diskussion darüber für absolut zulässig und angemessen, zumal beide Positionen gehört wurden.

5. Im Bezug auf GTA – San Andreas haben wir im Text deutlich daraufhingewiesen, dass die gezeigt Spielvariante nur illegal über das Internet mit Sex-Szenen erweitert werden kann. Zitat: „Was man nicht an der Ladentheke kaufen kann, kann man sich problemlos aus dem Internet herunterladen“. Auch die Zusatzpatches für gewaltsame sexuelle Handlungen sind problemlos herunterzuladen, auch wenn wir diese nicht im Detail gezeigt haben. Deutlich wird dadurch auch, dass die offizielle Handelsvariante diese Szenen nicht enthält.

6. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass in unserem Beitrag nicht über die Wirkung sog. Killerspiele diskutiert wurde. Wir haben nicht behauptet, dass Spieler, sog. „Ego-Shooter“, automatisch zu „Amokläufern“ würden oder auch im realen Leben zu den Waffen greifen.

Wir hoffen, damit auf die wichtigsten Fragen / Kritikpunkte eingegangen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen
Die Redaktion

[Ende Stellungnahme im Panorama Forum]

Weblinks:

NDR Panorama
http://daserste.ndr.de/panorama/

Beitrag von “Panorama” heizt Verbotsdebatte
um “Killerspiele” an
http://www.golem.de/0702/50714.html

Verbot Killerspiele – NDR giesst Oel ins Feuer

Friday, February 23rd, 2007

Ein Beitrag des NDR-Magazins “Panorama” soll das zur Zeit diskutierte
mögliche Verbot von sog. Killerspielen weiter “einheizen”.

Gamer sind verärgert! Der Spaß am spielen soll vermiest werden!

“Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet”

In der Sendung vom 22.02.2007 wurde behauptet, dass das Spiel “Call of Duty” eins von vielen brutalen Computerspielen sei, welches nur ein Ziel hätte, nämlich “Das Töten von möglichst vielen Gegnern”.

call-duty 2 Für die Sendung wurde eine “Studie” in Auftrag gegeben, durchgeführt von der Firma PanAmp AG. Dort heißt es wörtlich: “Im Auftrag einer öffentlich rechtlichen Sendeanstalt, wurde die Online-Nutzung von Killerspielen in Europa analysiert. Das Ergebnis ist erschreckend, selbst der 2. Weltkrieg wird online fortgesetzt.” (Quelle: PanAmp)

Wo leben denn die öffentlich rechtlichen Sender? Hinter dem Mond? Klar ist, dass die beliebtesten Computerspiele nunmal Ballerspiele sind. Ja, und hier geht es auch um das Töten, allerdings nur virtuell. Es ist bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass jeder, der ein sog. Killerspiel spielt auch im realen Leben gewalttätig wird.

Wenn es danach ginge, müsste auch jeder, der in der Mittagspause “Moorhuhn” spielt zum Tierquäler werden und wahllos Hühner abknallen.

Aktuelle Studie der Strato AG: 70 Prozent der Internetnutzer lehnen Verbot von “Killerspielen” ab – Eltern statt Behörden in der Pflicht!

Laut einer aktuellen Studie der STRATO AG sehen Internetnutzer die laufende Diskussion über Computerspiele differenzierter als der deutsche Durchschnitt: 70 Prozent der Befragten sagen, ein Verbot so genannter Killerspiele würde Jugendliche nicht weniger gewalttätig machen. Besonders die 20- bis 29-jährigen halten es für sinnlos, solche Spiele zu verbieten (86 Prozent). Ein Verbot bekäme nur bei Internetnutzern über 60 Jahren eine Mehrheit (56 Prozent). Von 500.000 ausgewählten STRATO Kunden beteiligten sich fast 27.000 an der Umfrage des Unternehmens.
killerspiele-strato-umfrage.jpg

Ein Ergebnis der STRATO Studie: Insbesondere
jüngere Internetnutzer halten ein Verbot von so geannnten
Killerspielen nicht für sinnvoll. Grafik: STRATO AG

In einer Studie der FU Berlin zeigten die Ergebnisse von Astrid Kristen und Caroline Oppl zudem, dass nicht die Spiele die Kinder aggressiv machten. Vielmehr suchten sich die Schüler und Schülerinnen jene Spiele aus, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur passten.

Weblinks zum Thema “Verbot Killerspiele”:

Update (26.02.07): lesen Sie hier eine Stellungnahme von Panorama zum Thema “Killerspiele”:

http://www.blogjoy.de/2007/02/25/stellungnahme-ndr-panorama-zum-beitrag-killerspiele/

NDR-Fernsehen: Highscore durch Vergewaltigung?
Artikel bei Golem:
http://www.golem.de/0702/50714.html

FU Berlin: Zwei aktuelle Studien untersuchen den Zusammenhang
von Aggressivität und dem Konsum gewalthaltiger Computerspiele:
http://www.fu-berlin.de/presse/wissenschaft/2006/pdw_06_017.html

Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet.
Sendung beim NDR:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-3710940_.html

Spiele Branche will bei Totalverbot von Killerspielen auswandern.
Artikel bei Golem:
http://www.golem.de/0702/50604.html