Posts Tagged ‘Fernsehen’

Deutscher IPTV-Markt bleibt hinter Erwartungen zurueck

Monday, November 5th, 2007

Deutscher IPTV-Markt bleibt hinter den Erwartungen zurück – 1,7 Mio. Kunden für das Jahr 2012 prognostiziert

Nach Berechnungen der Telecom, Media & Entertainment Practice von Capgemini Consulting wird sich der Markt für kommerzielles Fernsehen über das Internet Protokoll (IPTV) langsamer entwickeln als bisher angenommen. Das Beratungsunternehmen geht von einer Kundenzahl von 1,7 Millionen im Jahr 2012 aus. Gemessen an der zukünftigen Entwicklung der für die Übertragung notwendigen breitbandigen DSL-Anschlüsse liegt die IPTV-Penetration somit nur im einstelligen Prozentbereich. Bisherige Marktprognosen sind weit euphorischer und erwarten für das Jahr 2012 bis zu 2,5 Mio. Kunden.

Deutscher IPTV-Markt bleibt hinter Erwartungen zurueck

Im Markt sind bislang lediglich die Anbieter Deutsche Telekom (T-Home) und Hansenet (Alice Home TV) vertreten. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, gesellt sich ab 1. Dezember Arcor dazu. “Allerdings bleibt abzuwarten, ob Arcor sowohl den hohen technischen Anforderungen genügen als auch die anspruchsvollen Kundenbedürfnisse befriedigen kann. Bisherigen Angeboten mangelt es noch an hinreichender Massenmarkttauglichkeit.”, so Reimar Müller, IPTV-Experte bei Capgemini Consulting Telecom Media & Entertainment.

Anhand der IPTV-Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern lassen sich laut den Experten von Capgemini Consulting fünf Kriterien identifizieren, die ausschlaggebend für den Erfolg von IPTV sind:

1. Gezielte Kundenkommunikation, die deutlich den tatsächlichen Mehrwert von IPTV vermittelt
2. Effizienter Kundenservice mit schneller Freischaltung des Dienstes
3. Hohe Qualität im Sinne von technischer Verfügbarkeit (Bildstabilität, Programmwechselzeit, etc.)
4. Bequeme Dienste für die Nutzer durch intuitive Bedienbarkeit, flexible Programmpaketen und zeitversetztem Fernsehen
5. Effektive Kundenbetreuung durch fachkundige Mitarbeiter und eingespielte Prozesse

“Leider bleiben die IPTV-Anbieter in Deutschland bislang hinter dem Marktpotenzial zurück”, so Reimar Müllers Fazit. Das Beispiel Verizon in den USA zeigt, wie ein IPTV Angebot erfolgreich vermarktet werden kann. Innerhalb von zwölf Monaten wuchs die Zahl der TV-Kunden von 118.000 auf derzeit 717.000 von Verizons insgesamt rund acht Millionen Breitbandkunden. Damit rückt Verizon auf den zweiten Platz der größten IPTV-Anbieter weltweit. Der Berater weiter: “Hier zeigt sich, dass ein ausgereiftes Angebot, mit entsprechend abgestimmten Prozessen, Netzwerk und Technologie eine erfolgreiche Markterschließung ermöglicht.”

Abruffernsehen – ZDF baut sein Abruf-Angebot aus

Friday, February 23rd, 2007

ZDF-Intendant Markus Schächter : Eine der wichtigsten Ergänzungen der Fernsehnutzung in der digitalen Zukunft / Start des 7-Tage-Abruffernsehens zur IFA

“In einigen Jahren wird Abruffernsehen ebenso wie heute der Teletext zum festen Bestandteil der Fernsehnutzung der Zuschauer gehören”. Zu dieser Schlussfolgerung kam ZDF-Intendant Markus Schächter bei einer Beratung des ZDF-Fernsehrates zum Abruffernsehen in der digitalen Zukunft des ZDF. Die Ergänzung des Echtzeitfernsehens, das an feste Sendezeiten gebunden ist, durch die Möglichkeiten eines zeitsouveränen Fernsehens auf Abruf gehöre zu den wichtigsten Än­derungen des künftigen digitalen Fernsehangebotes, sagte Schächter. Mit seiner Mediathek verfüge das ZDF bereits über eine eigene Platt­form, die Sendungen auf Abruf sowohl für den PC-Bildschirm als auch für den Fernsehbildschirm im Wohnzimmer sowie für mobile Kleinge­räte wie iPods oder Handys bereitstellt. Der ZDF-Fernsehrat stimmte der Weiterentwicklung der Mediathek zu einem 7-Tage-Abrufangebot auf Fernsehgeräten, PC und mobilen Endgeräten zu.

Zur Internationalen Funkausstellung (IFA) im Spätsommer dieses Jahres soll das Angebot der ZDF-Mediathek von derzeit einem Viertel auf etwa die Hälfte des ZDF-Hauptprogramms erweitert werden und offiziell als 7-Tage-Abruffernsehen des ZDF starten. Die Sendungen der Mediathek stehen dann bis eine Woche nach der Fernsehausstrahlung für den zeitunabhängigen und unentgeltlichen Abruf zur Verfügung. Darüber hinaus sollen ausgewählte Programme auch für eine längere Zeit abgerufen werden können. Das Angebot der Mediathek werde dabei stets programmbezogen und programmbegleitend sein und ent­spreche damit auch den staatsvertraglichen Rahmenbedingungen, sagte Schächter.

Die heutigen Unterschiede zwischen Datennetzen und TV-Netzen sowie zwischen Internet und Fernsehen werden nach Ansicht des ZDF-Intendanten verschwinden: “Fernsehen wandelt sich vom heutigen Echtzeitfernsehen, das an feste Beginnzeiten für Sendungen gebun­den ist, zu einer Kombination von linearem Echtzeitfernsehen und zeitsouveränem, nicht-linearem Abruffernsehen”. Am PC-Bildschirm sei diese Veränderung bereits gängiger Standard. Für die Mehrzahl der Fernsehzuschauer werde der Wandel spätestens dann deutlich sichtbar werden, wenn ZDF-Sendungen über die TV-Edition der Mediathek im heimischen Wohnzimmer per Fernbedienung auch über den Fernsehbildschirm nachträglich abgerufen werden können.

Mit digitalen Zusatzgeräten und spezifischer Software sowie über die im vergangenen Jahr gestarteten ADSL- und VDSL-Plattformen ist es heute schon möglich, Sendungen aus der ZDF-Mediathek auf dem Fernsehbildschirm anzusehen. Darüber hinaus sind ausgewählte Sendungen aus der Mediathek mobil über Videopodcast oder UMTS auf dem Handy abzurufen. Die Mediathek verfügt für die unterschiedliche Ausspielung auf PC, Fernsehgerät und mobilen Empfangsgeräten über drei Varianten: Die PC-Edition, die TV-Edition und die mobile Edition. Alle drei Varianten greifen auf dasselbe Sendungsmaterial zurück und werden aus einem Produktionssystem bedient, sind jedoch technisch auf die unterschiedlichen Empfangswege zugeschnitten. Das Ziel der nächsten Monate sei es, neben dem Ausbau des Abruf-Angebots ins­besondere die TV-Edition so voranzutreiben, dass der Empfang auf Fernsehgeräten möglichst einfach und zum unentgeltlichen individuellen Abruf auch über Set-Top-Boxen möglich ist, erläuterte Schächter.

Der Ausbau der Mediathek biete auch die Möglichkeit, die nicht-kommerzielle Programmverwertung – insbesondere die Bereitstellung von Mitschnitten für die Nutzung in Schulen und anderen Bildungseinrich­tungen – mittels On Demand-Angeboten effizienter und kostengünsti­ger für die Nutzer zu organisieren. Schächter: “Diese Technik eröffnet Schulen und anderen gesellschaftlichen Institutionen völlig neue Chancen, auf einen breiten Fundus von Wissens- und Bildungssen­dungen etwa aus den Bereichen von historischen, zeitgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Qualitätsprogrammen zuzugreifen”.

Weblinks:

ZDF will mehr Fernsehen auf Abruf anbieten
Bericht bei Golem:
http://www.golem.de/0702/50719.html

Die ZDF-Homepage:
www.zdf.de

Second Life bietet Unterhaltung mit eigenem Fernsehsender

Sunday, February 18th, 2007

Die virtuelle Welt von Second Life hat nun auch einen eigenen Fernsehsender. Mit Bunch.TV http://www.bunch.tv wird den Bewohnern des Internet-Paralleluniversums kostenloser Fernsehkonsum angeboten. Integriert wurde der Internetsender von der Multimedia-Agentur exozet interact http://www.exozet.com die auf die Konzeption und Umsetzung von Marketingstrategien in Second Life spezialisiert ist. Second Life hat ab sofort eine eigene Senderzentrale, wo sich jeder Bewohner ein TV-Gerät besorgen kann, um darauf Bunch.TV zu empfangen.

“Das Programm umfasst Beiträge zu den Themen Musik, Mode sowie Extremsport und Skurriles. Bunch.TV versteht sich als etwas anderes Fernsehen, zehn Prozent der Inhalte sind Eigenproduktionen, die restlichen Beiträge stammen von Künstlern und Kreativen aus der Independent-Szene”, erklärt Lisa Marahiel, Corporate Communications Manager bei exozet, im Gespräch mit pressetext. Bislang habe in der virtuellen Welt von Second Life ein Mangel an hochwertigem Bewegtbild-Content geherrscht, meint Frank Alexander Zahn, Geschäftsführer von exozet. Mit Bunch.TV solle den Usern nun ein echter Mehrwert geboten werden.

“Bunch.TV selbst gibt es bereits seit 2005 als Webfernsehen, es soll auch künftig nur im Internet gesendet werden”, so Marahiel auf Nachfrage von pressetext. In Second Life hat jeder Nutzer die Möglichkeit den TV-Stream auf sein eigenes Grundstück zu holen. Exozet entwickelte dafür eine eigene Fernbedienung, mit der die User den Stream starten können. Der Sendebetrieb von Bunch.TV in Second Life läuft parallel zum normalen Webbetrieb. Für jene, die sich darüber informieren wollen, wie Bunch.TV in ihrem virtuellen Haus zu empfangen ist, werden in der Sendezentrale eigene Tutorials angeboten.

Im nächsten Schritt ist geplant, das Programm des Websenders auf Second Life abzustimmen und eigene Formate für die virtuelle Welt zu produzieren. Werbeunterbrechungen wie in der Realität soll es zunächst noch nicht geben, Unternehmen können sich aber als Sponsoren betätigen. Generell schließt man bei exozet nicht aus, dass spezielle Live-Events oder Merchandisingartikel in Zukunft Geld kosten werden. “exozet hat bereits weitere Anwendungen für Second Life in Planung, Details dazu können zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht genannt werden”, sagt Marahiel.

Aussender: www.pressetext.de