Posts Tagged ‘Flickr’

youtube, flickr, schuelerVZ – Jugendliche im Web 2.0 Internet

Wednesday, June 11th, 2008

Das JFF – Institut für Medienpädagogik untersucht im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) in einer umfassenden Studie, wie sich die Medienaneignung Heranwachsender im Zuge der Digitalisierung der Medienwelt verändert.

Nach Abschluss des ersten Projektschrittes, der Analyse jugendnaher Internetplattformen, wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz in der BLM erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Bei dieser Untersuchung handelt es sich um die fünfte Konvergenzstudie, die das JFF im Auftrag der BLM durchführt. Mit der Weiterentwicklung von Online-Angeboten haben Internetplattformen große Bedeutung erlangt. Im Zuge dessen wird dort eine zunehmende Zahl medialer Eigenproduktionen privaten Ursprungs veröffentlicht. Gleichzeitig verlagern sich kommunikative Prozesse verstärkt in virtuelle Räume, woran ebenfalls die Internetplattformen erheblichen Anteil haben.

Im ersten Abschnitt des Forschungs-Praxis-Projektes wurden 83 verschiedene Plattformen erfasst und als jugendnah eingeordnet. 44 dieser Plattformen, die das Spektrum jugendnaher Angebote in ausreichender Breite repräsentieren, wurden auf ihre Charakteristika hin untersucht und gruppiert. Aus diesen Gruppen wurden 20 exemplarische Plattformen ausgewählt und im Detail analysiert.

Nach den Ergebnissen der Analyse lässt sich das Angebot der jugendnahen Internetplattformen grundsätzlich in zwei Bereiche einteilen: Auf der einen Seite in Plattformen, die den Schwerpunkt auf kommunikative Aktivitäten haben, auf denen Jugendliche also vorrangig ihr Bedürfnis nach Austausch mit Gleichaltrigen oder Gleichgesinnten befriedigen können. Auf der anderen Seite in Plattformen, deren Schwerpunktsetzung die Veröffentlichung von selbst produzierten medialen Produkten ist.

Diese Plattformen kommen dem Bedürfnis von Jugendlichen entgegen, sich selbst oder ihre medialen Werke öffentlich zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. In beiden Fällen erhalten die Jugendlichen Angebote, ihre Aktionsräume und ihr Erfahrungs- und Handlungsspektrum in den virtuellen Welten zu erweitern.

Die Plattformen mit kommunikativem Schwerpunkt bieten Interaktionsmöglichkeiten, die darauf abzielen, dass Jugendliche miteinander auf unterschiedlichste Art und Weise in Kontakt treten können. Ein erstes Bündel in diesem Bereich konzentriert sich auf verbale Kommunikation, z. B. mit der Familie, mit Freunden oder Bekannten, die möglichst überall und jederzeit erreicht werden können. Beispiele für solche Angebote sind ‘Skype’ oder ‘MSN’. Das zweite Bündel in diesem Schwerpunkt ist darauf ausgerichtet, den bereits vorhandenen Freundes- und Bekanntenkreis zu pflegen oder mit Menschen in Kontakt zu kommen, von denen man davon ausgeht, dass sie ähnliche Interessen haben wie man selbst, z. B. schülerVZ oder Lokalisten.de. In diesem Bündel spielen zugleich Möglichkeiten zur Selbstpräsentation eine große Rolle, deren Zweck es ist, sich als Kontakt attraktiv zu machen.

Die Plattformen, die in ihrem Schwerpunkt als produktiv orientiert gelten können, bieten vielfältige Möglichkeiten, eigene “Werke” zu veröffentlichen. ‘YouTube’ oder ‘flickr’ stehen stellvertretend für Angebotsformen in diesem Schwerpunkt. Sich selbst und seine Produkte einer Teilöffentlichkeit zugänglich machen zu können, ist ein wichtiges Motiv, das diese Plattformen bedienen. Zudem bedeutet Interaktion für die Angebote mit diesem Schwerpunkt, Feedback auf Eigenproduktionen zu bekommen und auch anderen zu geben und so die Vernetzung mit anderen Produzentinnen und Produzenten zu suchen.

Die hohen Zugriffszahlen, die für einige jugendnahe Internet-Plattformen bekannt sind, weisen darauf hin, dass Jugendliche die Erwartungen, die sie an die Medien haben, zunehmend auch an diese Angebote der Medienwelt herantragen. Sie wollen mittlerweile offenbar auch dort

- sich amüsieren und Spaß haben (Angebote konsumieren)
- sich in Beziehung zu anderen setzen (interpersonelle Kommunikation auf einer erweiterten Ebene)
- sich zur Geltung bringen (durch Selbstdarstellung und Präsentation von selbst gemachten Medienprodukten). Im Prozess des Heranwachsens spielen diese Aspekte und somit auch die Angebote der einschlägigen Plattformen eine wichtige Rolle: Sie dienen der Orientierung, der Identitätsbildung und der Ermöglichung von Teilhabe an gesellschaftlichen Interaktionen. Bereits aufgrund der ersten Analyseergebnisse werden jedoch auch Problemlagen erkennbar:

- So zeigt sich z.B. in einigen jugendnahen Internet-Plattformen (z.B. bei Kwick) wenig Sensibilität gegenüber den Persönlichkeitsrechten der Nutzenden. Individuelle, Personen bezogene Daten sind ohne Anmeldung abrufbar.
- Auch die häufig festzustellende Undurchschaubarkeit, wer die Autorinnen und Autoren von Produktionen oder Meinungsäußerungen sind (z. B. bei YouTube), ist im Hinblick auf Jugendliche als Problem zu werten, denn sie erschwert die Bewertung und Einordnung.
- Schließlich ist – in Analogie zum Handy – eine “Kostenfalle Internet” abzusehen. Während die Anmeldung kostenlos ist, sind interessante Angebote dann nur noch gegen Bezahlung zugänglich (z.B. bei Habbo).

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen aus der Analyse wird im zweiten Schritt der Untersuchung die Bedeutung von kommunikativem und produktivem Medienhandeln Jugendlicher für ihre realen Lebensvollzüge aufzuzeigen sein. Dabei werden Identität stiftende und orientierende Aspekte der Medienaneignung im Prozess des Erwachsenwerdens ebenso beleuchtet wie Möglichkeiten der medienpädagogischen Nutzung gewonnener Erkenntnisse.

Parallel zum gesamten Forschungsvorhaben betreibt das JFF so genannte “Web 2.0 Werkstätten”. Darin wird der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in konkretes Medienhandeln erprobt. Umgekehrt fließen Beobachtungen aus der Praxis in das Forschungsdesign ein.

BLM und JFF nehmen sich mit der Studie erstmals der Möglichkeiten an, die das Web 2.0 Jugendlichen bietet und erarbeiten konkrete Handlungsperspektiven für die medienpädagogische Praxis. Von den Forschungsergebnissen ist zudem Aufschluss über die jugendkulturelle, soziale und mediale Wirklichkeit junger Menschen zu erwarten.

Diese Informationen finden Sie auch im Internet unter: blm.de

Flickr – Fotos in neuer Weltkarte und Flickr Places

Wednesday, November 21st, 2007

Die weltweit führende Online-Fotoplattform flickr.com stellt neue geo-basierte Features vor

Flickr präsentiert seinen weltweit mehr als 40 Millionen Unique Visitors (ComScore, September 2007) zwei Neuerungen, die das Suchen nach Bildern und deren Fotografen aus aller Welt sowie nach den interessantesten Städten noch einfacher und reizvoller macht. Die neue Weltkartendarstellung mit optimierten Suchergebnissen zeigt alle aktuellen Fotos zu ein und demselben Ort übersichtlich an und lädt zu visuellen Entdeckungsreisen rund um den Erdball ein. Die zweite Neuheit sind die Flickr-Feature Places. Sie enthalten mehr als 100.000 Orte weltweit, zu denen über zahlreiche Tags dort entstandene Bilder, ausgewählte Fotografen sowie die lokalen Flickr-Gruppen zusammengestellt sind.

Mit der Neuerung in der Kartendarstellung erhalten die Nutzer ab sofort auch Bildmaterial zum lokalen Geschehen – so zu einer Suche nach Berlin Fotos zur Berlinale oder zur neuen Museumsinsel. Sie sind als so genannte “hot tags” gekennzeichnet und werden in verschiedenen Sprachen angezeigt. Derzeit existieren mehr als 30 Millionen solcher öffentlich-zugänglicher geo-kodierter Bilder auf Flickr.

Zu 100.000 Orten – seien es Städte, Regionen oder Länder – weltweit liefert Places auf einer Seite gebündelt zahlreiche zusätzliche Angaben zu einem gesuchten Standort: die interessantesten Fotos, lokales Kartenmaterial, das aktuelle Wetter, Flickr-Gruppen oder ausgewählte Flickr-Fotografen. Flickr Places ist insbesondere als zusätzliche Länderinformation vor Reisen oder auch allgemein für einen vertieften Blick auf die verschiedenen Regionen unserer Erde nützlich – da es Einblick gewährt in Metropolen und auch in kleinere Ortschaften von Berchtesgaden bis Westerland auf Sylt.

“Flickr spiegelt ein besonderes Abbild der Welt wider und lenkt durch die neuen Features den Blick des Besuchers noch stärker auf die lokalen Perspektiven von Flickr-Fotografen und den Ereignissen, die täglich in der Welt geschehen”, so Terry von Bibra, Geschäftsführer von Yahoo! Deutschland.

Die neuen Features stehen allen Nutzern von Flickr offen und sind auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Koreanisch und Chinesisch verfügbar.

Bilderplattform Flickr enthuellt brisante Privataufnahmen

Tuesday, February 20th, 2007

Serverfehler lässt Phantombilder in Fotoabläufen auftauchen

Ein Fehler der beliebten Fotoplattform Flickr http://www.flickr.com hat am Wochenende dazu geführt, dass private Bilder von Anwendern in diversen Photostreams aufgetaucht sind. Normalerweise sind als privat gekennzeichnete Bilder nur einem ausgewählten Anwenderkreis zugänglich, der vom Urheber bestimmt wird. Beim vorliegenden Vorfall stimmte die Zuordnung von Überschrift mit Bildmaterial aber nicht mehr überein. So berichteten mehrere Anwender von anzüglichen und nicht jugendfreien Aufnahmen, die plötzlich als Phantombilder das eigene Bildmaterial ersetzte. Verunsicherte Anwender gingen kurzfristig sogar von einem externen Hackerangriff aus:
http://www.flickr.com/photos/dmai/393235062

Die Betreiber der im Besitz von Yahoo befindlichen Fotoplattform reagierten prompt und versicherten in den Hilfsforen, dass es sich um ein internes Serverproblem gehandelt habe. Flickr operiert mit einer Reihe von integrierten Fotoabläufen, die nach dem Zufallsprinzip öffentliche Bilder als Voransicht-Thumbnail auf der Startseite sowie der Seite der einzelnen User anzeigt. Beim Vorfall wurden diese automatisierten Vorgänge offensichtlich durcheinandergewirbelt. Während im Anwenderforum und auf Mitgliederseiten die Empörung hochging, drang der Vorfall erst gar nicht in die Zentrale von Yahoo durch. “Uns ist nichts derartiges bekannt”, so Yahoo-Sprecherin Judith Sterl auf Anfrage von pressetext.

flickr

Yahoo hatte in der Vorwoche bereits für Aufregung in der Flickr-Fangemeinde gesorgt, als es ankündigte, dass alle Anwender sich fortan nur noch über einen Yahoo-Account und die entsprechende Yahoo-ID sich einloggen können. Bisher war Yahoo zweigleisig gefahren und hatte Flickr-Usern der ersten Stunde freigestellt, ob sie mit ihren ursprünglichen Flickr-Zugangsdaten auf den eigenen Account zugreifen, oder auf eine Yahoo-ID wechseln. Aber auch hier beurteilt Yahoo die Diskussion eher als Sturm im Wasserglas: “Dass sich in unseren Foren Leute aufgeregt haben, ist natürlich legitim. Generell gibt es aber wenige, die sich mit einer Beschwerde an uns gewandt haben”, so Sterl. Die Entscheidung Yahoos bezeichnete Sterl als nachvollziehbare strategische Entscheidung. Es mache langfristig betrachtet keinen Sinn, zweigleisig zu fahren.

Aussender: www.pressetext.de