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Cyber-Kriminelle gehen zu Weihnachten auf Einkaufstour

Thursday, December 13th, 2007

Im Internet einzukaufen ist komfortabel, spart Geld und wird immer beliebter. Weihnachten lässt die Kassen der Online-Shops ordentlich klingeln. Hochkonjunktur nicht nur für seriöse Anbieter, sondern auch für die eCrime-Society.

Die Tricks der Betrüger und Datendiebe sind ausgefeilt und reichen von klassischen Phishing-Mails, Drive-by-Infektionen bis zu Malware- verseuchten E-Cards. Letztere Form sollte Anwender aufhorchen lassen, da Kriminelle diese zur Einschleusung von Schadcode nutzen. G DATA empfiehlt daher, Weihnachts- und Spenden E-Mails unbekannter Herkunft direkt zu löschen. Ein viel größeres Gefahrenpotential geht jedoch zurzeit von Trojanischen Pferden aus, die beim Online-Shopping unbemerkt Login-Daten aufzeichnen und automatisch an Cyber-Kriminelle versenden.

Last-Minute-Shopping ohne Hektik: Bequem die letzten Geschenke im Internet aussuchen, mit einem Klick bestellen und dann einfach per Kreditkarte zahlen. Die Weihnachtszeit ist für den Online-Handel ein großes Geschäft. Allein in Deutschland rechnet der Fachverband BITKOM mit einem Umsatzvolumen von 8 Milliarden Euro. Dies weckt natürlich Begehrlichkeiten und Cyberkriminelle gehen aktuell verstärkt auf Datenjagd. Millionenfach überfluten Spam- und Phishing-Mails die Postfächer – das Ziel: Diebstahl von Zugangsdaten für Online-Banking, Ebay-Accounts und Kreditkarteninformationen.

Das ist jedoch nur eine Seite der Phishing-Medaille. Die deutliche Mehrzahl der Angriffe erfolgt mittlerweile durch Trojanische Pferde. Wer seinen Rechner per E-Mailanhang, Download, autonome Internet-Würmer oder auf einer Webseite infiziert hat, kann schnell mehrere tausend Euro verlieren. Die spezialisierten Trojaner lauern im Hintergrund und warten darauf, dass Anwender eine Online-Bank oder einen Online-Shop besuchen. Sobald die Anmeldeseite aufgerufen wird, schaltet sich die Datendiebstahlsoftware scharf und sendet alle Eingaben an die Server der Datendiebe. Mit den gestohlenen Daten gehen die Cyberdiebe dann auf Kosten der Opfer einkaufen.

“Kriminelle haben ihre Netze zu Weihnachten weit ausgelegt. Die Phishing-Mails an Kunden der Citibank-, Volks- und Raiffeisenbank und der Sparkassen sollten alle Empfänger direkt löschen. Ein viel gefährlicheres Einfallstor stellen jedoch Trojanische Pferde dar. Für viele Nutzer nicht erkennbar, fügen diese in die Anmeldeseite zusätzliche Felder oder ganze Webseiten ein. Die dort ermittelten Daten werden in kürzester Zeit für weitere Transaktionen verwendet. Andere Banking-Trojaner warten bis alle Daten eingegeben wurden und übernehmen dann die Browsersitzung. Die Kontodaten werden dann so geändert, dass das Geld auf den Konten der Mittelsmänner landet, die es schnellstmöglich nach Osteuropa transferieren. Das Opfer bemerkt davon nichts, da die Antworten des Bankservers vom Banking-Trojaner gefälscht werden.”, so Ralf Benzmüller, Leiter G DATA Security Labs.

7 Tipps für sicheres Online-Shopping

1. Setzen Sie beim und vor dem Online-Shopping auf leistungsfähige Sicherheitspakete die Viren-, Phishing- und Spam-Schutz integriert mit einer leistungsfähigen Firewall anbieten und den http-Traffic permanent auf Schadcode untersuchen.

2. Halten Sie Windows und Ihren Virenschutz auf den neuesten Stand und installieren Sie Security-Updates und Patches der wichtigsten Anwendungen.

3. Momentan stehen bei Crackern Sicherheitslücken in WinZip, Acrobat Reader, Quicktime und Flash hoch im Kurs. Wer diese Programme nutzt, sollte sie baldmöglichst auf den neuesten Stand bringen.

4. Achten Sie bei Online-Shopping auf die Echtheit der angesteuerten Seiten. In der Regel ist die mit https:// beginnende URL und das zugehörige SSL-Zertifikat überprüfbar.

5. Löschen Sie Mails, die vorgeblich von Banken oder Webshops stammen, in denen Sie aufgefordert werden Ihre Zugangsdaten einzugeben. Seriöse Webseiten verfassen keine derartigen Aufforderungen, schon gar nicht per E-Mail.

6. Falls Sie E-Cards unbekannter Versender erhalten, gehören diese direkt in den Papierkorb. Online-Kriminelle nutzen E-Cards gerade zu Weihnachten zum Einschleusen von Schadcode. Das Gleiche gilt für Bildschirmschoner, Filme und andere Weihnachtsgimmicks.

7. Nach der Anmeldung bei einem Online-Shop sollten Sie sich auf keinen Fall vergessen sich auch wieder abzumelden. Sonst bleiben die Cookies gültig und jemand anderes könnte damit die Einkaufstour fortsetzen oder Ihre privaten Daten ausspähen.

ZDF-Intendant verteidigt Internetaktivitaeten

Wednesday, December 5th, 2007

ZDF-Intendant Markus Schächter verteidigt in der ZEIT die Internetaktivitäten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Anders als der Verleger Hubert Burda vermute, der sich vor zwei Wochen zum selben Thema in der ZEIT äußerte, habe sich die Wettbewerbssituation nicht verändert. “Auf den Märkten der Verleger treten wir auch im Netz nicht an – keine Werbung, kein Sponsoring, Anzeigen oder ähnliches”, schreibt Schächter.

Wenn man den Vergleich anstellen wolle, welches Medium in das Gebiet des anderen einbricht, “so sind es weit eher die Verlage, die sich auf fremdes Terrain bewegen, nicht die TV-Veranstalter”, sagt Schächter mit Blick auf die multimedialen Angebote der Verlage. Doch besser solle man sich “auf die neue, vernetzte digitale Medienwelt einstellen. Das Netz ist das Kommunikationsforum der Zukunftsgesellschaft. Es geht um Wichtigeres, als nur um das Abstecken von kommerziellen Claims. Es geht am Ende um die Frage der Qualitätssicherung von Kommunikation in der Mediendemokratie. Das war bisher eine gemeinsame Aufgabe der Qualitätsmedien. Sie sollte es auch in Zukunft sein”.

Zwischen öffentlich-rechtlichem Lager und den privaten Anbietern und den Verlegern herrscht Streit darüber, wie aktiv ARD und ZDF im Internet sein dürfen. Die Privaten werfen den Öffentlich-Rechtlichen dabei Wettbewerbsverzerrung mit Gebührengeldern vor.

Die Web 2.0 Blase – reich werden im Internet

Tuesday, December 4th, 2007

The Web 2.0 “bubble”: Ist das Web 2.0 auch nur eine riesige Blase die irgendwann platzt wie die erste Internet-Hype? Hier ein lustiges Video über die neue Internet Blase …

Richter Scales hat einen coolen Song zum Web 2.0 und reich werden im Internet gemacht. Schließlich wollen ja alle Millionäre werden wie die Macher von Youtube, Facebook, Myspace & Co.

The Web 2.0 “bubble” had it coming. A Silicon Valley music video by the Richter Scales

Solo, video, arrangement and lyrics by Matt Hempey, Mixed by Bill Hare, Recorded by Jason Hunter & Charlie Forkish. Based on “We Didn’t Start the Fire,” by Billy Joel.

Studie zur Chat-Kommunikation

Thursday, November 29th, 2007

Dr. Michael Beißwenger vom Dortmunder Institut für deutsche Sprache und Literatur hat eine grundlegende Studie zu den kommunikativen Besonderheiten des Chattens im Internet vorgelegt.

Das Buch mit dem Titel “Sprachhandlungskoordination in der Chat-Kommunikation” ist soeben beim Berliner Wissenschaftsverlag de Gruyter erschienen. Beißwenger untersucht in seiner Studie, mit der er im März 2007 von der Fakultät Kulturwissenschaften mit Auszeichnung promoviert wurde, die Unterschiede zwischen Chats und mündlichen Gesprächen und deren Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Chatter ihren sprachlichen Austausch organisieren.

Für seine Untersuchung hat Beißwenger in einem Multimedia-Labor eine Nutzerstudie durchgeführt, bei der er per Videoaufzeichnung und mit Screen Capturing-Verfahren Probanden beim Chatten beobachtete. Aufgezeichnet wurden dabei sämtliche Tastatureingaben sowie das Blickrichtungsverhalten und weitere nichtsprachliche Verhaltensweisen der Nutzer vor ihren Bildschirmen. Dieses in der Forschung zur internetbasierten Kommunikation bislang einzigartige Material erlaubt detaillierte Einblicke in die Strategien, die Chatter wählen, um sich möglichst effizient in Echtzeit per Tastatur auszutauschen. So konnte Beißwenger feststellen, dass rund 20 Prozent aller Texteingaben, die während der Chat-Teilnahme getätigt werden, nie abgeschickt werden, da sich ihre Relevanz zwischen Beginn und Ende der Textbearbeitung geändert oder erledigt hat. Da Chat ein schriftliches Medium ist und man nicht über einen längeren Zeitraum gleichzeitig neue Beiträge der Partner lesen und eigene neue Beiträge verfassen kann, kommt es zwangsläufig dazu, dass das, was man als Chatter zu einem bestimmten Zeitpunkt beitragen wollte, schon nicht mehr richtig „passt“, wenn man den zugehörigen Beitrag fertig getippt hat. Um jeweils sinnvoll an den aktuellen Stand des Kommunikationsverlaufs anzuschließen, entscheiden sich Chatter daher häufig dafür, bereits getätigte Eingaben wieder zu löschen und statt dessen etwas Neues zu produzieren, was dem, was von den Partnern auf dem Bildschirm zu lesen ist, besser entspricht. Was auf den ersten Blick unökonomisch anmutet, erweist sich somit letztlich als eine Strategie, mit den besonderen Anforderungen schriftlicher Echtzeit-Kommunikation per Internet umzugehen und sich dabei jeweils angemessen zu dem zu verhalten, was man als letzten Beitrag der Chat-Partner am Bildschirm gelesen hat.

Am Lehrstuhl für Linguistik der deutschen Sprache und Sprachdidaktik (Prof. Dr. Angelika Storrer), an dem Beißwenger als Mitarbeiter tätig ist, bilden die internetbasierte Kommunikation (E-Mail, Chat, Foren, Wikis & Co.) und ihre Nutzung in Beruf, Bildung und Medien bereits seit mehreren Jahren einen Schwerpunkt in Forschung und Lehre. Ein Überblick über Projekte und Aktivitäten in diesem Bereich findet sich im WWW, eine umfangreiche und für Analysezwecke aufbereitete Sammlung von Chats wird von Prof. Dr. Storrer und Dr. Beißwenger hier bereitgestellt.

Das Buch bestellen:
Sprachhandlungskoordination in der Chat-Kommunikation
von Michael Beißwenger

Web 2.0 – “Prosumenten” noch ueberwiegend passiv

Monday, November 26th, 2007

Das Internet erlebt als Web 2.0 seine zweite Hochphase, “user generated content” steht zunehmend im Fokus der medialen Öffentlichkeit, etablierte Medienunternehmen zahlen hohe Millionenbeträge für die Beteiligung an neuen Kommunikationsplattformen.

Werden die Menschen im “Mitmachnetz” nun reihenweise von passiven Konsumenten zu aktiven, selbst produzierenden “Prosumenten”? Eine aktuelle Studie von TNS Infratest MediaResearch zeigt, dass die überwiegende Zahl der Internet-nutzer die neuen Angebote zunächst noch wie klassische Medien nutzt – nämlich passiv.

Erst ein heimischer Breitband-Zugang ins Internet macht die Nutzung von Web 2.0-Angeboten wie zum Beispiel Videoplattformen oder Podcasting richtig attraktiv. In Deutschland verfügt im Herbst 2007 knapp die Hälfte der über 14- Jährigen (47 Prozent oder 30,4 Mio.) zu Hause über einen solchen Anschluss. Von diesen können 5,7 Millionen bzw. neun Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland als “Prosumenten” klassifiziert werden – also als Nutzer, die Inhalte aktiv ins Internet hochladen, gestalten oder verändern. Die anderen breitbandigen Internetnutzer nutzen die entsprechenden Internet-Angebote lieber nur passiv (28 Prozent/18,1 Mio.) oder gar nicht (zehn Prozent/6,6 Mio.). Der verbleibende Bevölkerungsanteil hat zu Hause keinen Breitbandanschluss (15 Prozent/ 9,9 Mio.) oder auch keinen Internet-Zugang (37 Prozent/ 24,2 Mio.).

Dabei ist wenig überraschend, dass der Anteil der Prosumenten am stärksten mit dem Alter zusammenhängt: Je jünger, desto aktiver gehen die Internetnutzer mit neuen Web 2.0-Angeboten wie Weblogs, Podcasts, digitalen Foto- oder Videoplattformen und dem Verfassen beziehungsweise Ändern sogenannter Wiki-Einträge um. Bei den 14- bis 29-Jährigen hat sich bereits jeder Dritte (= 4,3 Mio.) aktiv an mindestens einem solcher Web 2.0-Angebot beteiligt. In der Altersgruppe der 30- bis 49- Jährigen sind dies gerade noch sechs Prozent (1,3 Mio.) und bei den über 50-Jährigen sinkt der Wert auf kaum noch messbare 0,4 Prozent. Auch Menschen mit hoher formaler Bildung oder einem hohen Haushalts-Nettoeinkommen sind überdurchschnittlich häufig unter den “Prosumenten” zu finden.

Die Marktforscher von TNS Infratest haben nicht nur die aktive, sondern auch die passive Nutzung von den Web 2.0-Inhalten Weblogs, Podcasts, digitalen Foto- und Videoplattformen, sowie sogenannten Wikis erhoben. Ergebnis: Sogenannte Weblogs oder Blogs, also Online-Tagebücher, werden von insgesamt 14 Prozent (9,1 Mio.) aller über 14-Jährigen zumindest gelegentlich gelesen. Eigene Weblogs werden allerdings nur von zwei Prozent (1,3 Mio.) der Bevölkerung veröffentlicht.

Ähnlich viele Menschen (14 Prozent) surfen zumindest gelegentlich auf sogenannten Fotosites wie flickr, snapfish oder MAGIX. Immerhin haben bereits sechs Prozent (4,1 Mio.) in den letzten 12 Monaten selbst gemachte digitale Fotos ins Internet hochgeladen und dort öffentlich zugänglich gemacht. Ein Großteil dieser Fotos landet dabei offenbar auf selbst gestalteten eigenen Websites. Besonders Videoportale wie YouTube, MyVideo oder Clipfish erfreuen sich ganz offensichtlich großer Beliebtheit, denn 14,6 Millionen (23 Prozent) besuchen zumindest gelegentlich entsprechende Internet-Angebote.

Eigene Videos bzw. Fernsehclips auf solche Seiten hochgeladen haben aber nur etwa eine Million Nutzer (zwei Prozent). In der passiven Nutzung werden Videoportale nur von Wikis wie Wikipedia übertroffen. Es gibt aber auch Stadt- beziehungsweise Regional-Wikis, Reise-Wikis oder Wikis zu Fachthemen. 28 Prozent oder 17,8 Mio. Personen in Deutschland nutzen solche Angebote zumindest gelegentlich. Dem stehen allerdings wiederum nur knapp eine Million Nutzer (zwei Prozent) gegenüber, die Wiki-Beiträge selber verfassen, online verändern oder redigieren. Podcasts, also regelmäßig im Internet zum Download bereitgestellte hörbare Sendungen, werden immerhin von 13 Prozent der Bevölkerung oder 8,5 Millionen Personen ab 14 Jahren hin und wieder genutzt. Eigene Podcasts veröffentlichen dagegen nur 0,2 Prozent.

Weitere Internetangebote, die untersucht wurden, sind Mitgliedschaften in sogenannten Online-Communities wie studiVZ, XING oder Lokalisten. Dies sind Netzwerke zu unterschiedlichen Themen oder Interessen, die dem persönlichen Austausch zwischen den Mitgliedern dienen. Nach den vorliegenden Ergebnissen sind mittlerweile bereits knapp zwölf Prozent (oder 7, 5 Mio.) der über 14-Jährigen in Deutschland Mitglied in mindestens einem dieser Online-Netzwerke. Bei den 14- bis 29- Jährigen sind es sogar 39 Prozent. Auch hier finden sich also die bereits erwähnten starken Zusammenhänge zwischen der Mitgliedschaft in einer solchen Community und den Variablen Alter, Bildung und Haushalts-Nettoeinkommen.

Informationen zur Studie “User generating content”

Für die Studie wurden insgesamt 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Studie wurde im September 2007 als eigenständiges Projekt der TNS Infratest MediaResearch, einem Mitglied der TNS Convergence Group, durchgeführt und ist repräsentativ für die deutsch sprechende Bevölkerung ab 14 Jahren.