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TV-Koch Tim Maelzer aergert sich ueber Kritik von Kollegen

Wednesday, November 14th, 2007

TV-Koch Tim Mälzer ärgert sich über die Kritik der Kollegen: “Ich würde gern ernst genommen werden, denn: Ich bin gut. Trotzdem heißt es immer wieder, ich sei eine Schande für den Beruf.”

“Ich würde gern ernst genommen werden, denn: Ich bin gut. Kein Spitzenkoch, aber ein guter Handwerker mit guten Ideen. Trotzdem heißt es immer wieder, ich sei eine Schande für den Beruf. Natürlich nervt das”, beschwert sich TV-Koch Tim Mälzer über sein Image als Proletarier-Koch. Im Interview mit VANITY FAIR stellt er klar: “In Wahrheit bin ich ein großer Freund von Klasse und Stil. Nur nicht von dem, der sich allein über Geld definiert.”

Seinen Job als TV-Koch macht Mälzer mit Leidenschaft bis zur Selbstaufgabe: “Arbeiten ist meine Sucht. Ich hab mich letztes Jahr fast an die Wand gearbeitet. Aber nicht aus Zwang, sondern weil ich es wollte”, sagt er rückblickend über seinen Zusammenbruch im Sommer 2006. Auf die Frage, ob sein unermüdlicher Tatendrang auch mit der Angst vor einem Karriere-Aus zusammenhängt, antwortet er: “Mag sein, dass auch Angst dabei war. Ich zweifele oft: Gehör ich dazu, gehör ich nicht dazu? Mögen mich die Medien, lassen sie mich fallen?”

Dass seine neue Kochshow “Born to Cook” bereits nach wenigen Folgen wegen schlechter Quoten abgesetzt wurde, verunsichert ihn aber nicht: “Es waren sechs Folgen geplant, und es werden keine weiteren produziert, das ist ein völlig normaler Vorgang.” Tim Mälzer selbst war zufrieden mit seiner Koch-Show: “Für mich war das mutiges, tolles Fernsehen.”

Und Mälzer hat schon das nächste Großprojekt im Visier. Ab 19. November tourt er mit seiner Live-Kochshow “Ham’Se noch Hack” durch die deutschen Konzerthallen.

Die Tournee ist bereits nahezu ausverkauft. Was die Leute, an solch einem Event fasziniert, ist dem Star-Koch selbst nicht ganz klar: “Ich weiß es ja auch nicht. Es ist Entertainment und natürlich auch Ersatzbefriedigung: Zugucken macht auch satt.” Das vollständige Interview mit Tim Mälzer lesen Sie in der aktuellen VANITY FAIR.

Eckart Witzigmann kritisiert TV-Kochsendungen

Wednesday, November 14th, 2007

“Nicht jeder Fernsehkoch ist auch zwangsäufig ein guter Koch”: Eckart Witzigmann kritisiert TV-Shows

“Zu oberflächig und zu plakativ” findet “Jahrhundertkoch” Eckart Witzigmann die aktuellen Kochshows im Fernsehen. Der Starkoch, 66, sagte im Interview mit der People-Illustrierten GALA (aktuelle Ausgabe 47 vom 15.11.2007): “Das Traurigste ist, dass es immer schnell, schnell, schnell gehen muss. Ich persönlich denke, es besteht auch eine Gefahr darin, dass der Kochberuf so dargestellt wird, damit alles so spielerisch leicht geht. Was im Fernsehen vermittelt wird, ist allenfalls der Beginn oder eine Ahnung.”

Über Empfehlungen wie die, Kartoffelpüree aus der Tüte zu verwenden, kann der Begründer der Nouvelle Cuisine im deutschsprachigen Raum nur den Kopf schütteln: “Man darf nicht vergessen, dass solche Aussagen auch häufig mit Sponsoring zu tun haben. Diese Art von Produkten hat in meiner Küche jedenfalls keinen Platz.” Ein frisches Kartoffelpüree schmecke in jedem Fall besser. Es sei “nicht jeder Fernsehkoch auch zwangsläufig ein guter Koch. Und nicht jeder, der einen Herd einschalten kann, sollte gleich im Fernsehen kochen.”

Dennoch: “Ich bin nicht derjenige, der alles schlecht redet. Ich sehe das Positive”, so der gebürtige Österreicher. Inzwischen herrsche “eine regelrechte Küchen-Euphorie. Und die Köche sind die Stars.” Er habe “schon den Eindruck, dass in Deutschland etwas in Bewegung ist, der Stellenwert von Essen und Ernährung steigt”. Zudem interessiere er sich durchaus für die Arbeit der Kollegen, da er für neue Ideen oder Produkte offen sei: “Alles ändert sich unentwegt, und so muss auch ich mich permanent ändern. Wir müssen neue, intelligente Gerichte entwickeln, der heutigen Zeit und den Essensgewohnheiten angepasst.”