Posts Tagged ‘Telekom’

Telekom – hoerte sie Kunden ab?

Friday, June 20th, 2008

Offenbar Verletzung des Fernmeldegeheimnisses: Die Telekom AG hat in den 90er Jahren Telefonate von Kunden aufzeichnen lassen und damit das Fernmeldegeheimnis verletzt. Dieser Verdacht ergibt sich aus internen Unterlagen des Konzerns, die dem ZDF und der WirtschaftsWoche vorliegen.

Demnach soll die Abhörmaßnahme vom damaligen Vorstand Technische Dienste, Hagen Hultzsch, genehmigt worden sein. Der Vorstand Personal und Recht, Heinz Klinkhammer, soll später versucht haben, das rechtswidrige Vorgehen der Konzernsicherheit zu vertuschen – entgegen der ausdrücklichen Empfehlung von Mitarbeitern im Sicherheitsmanagement der Telekom.

Bei Ermittlungen des Unternehmens gegen mutmaßliche Hacker, die einen Angriff auf die Computersysteme der Telekom verübt haben sollen, gab Vorstandsmitglied Hultzsch nach einem internen Vermerk grünes Licht, “Telefon-Anschlüsse auf Überwachung zu legen”. Er tat dies bei einer Krisensitzung am Abend des 11. Dezember 1996. Zuvor hatte der Justitiar der Telekom die Maßnahme mit Verweis auf den sogenannten “Notwehr”-Paragraphen – § 32 Strafgesetzbuch – gerechtfertigt, um schweren Schaden vom Netz der Telekom abzuwenden.

Nach den internen Dokumenten muss dann Unglaubliches geschehen sein: Am 12. Dezember 1996 habe die Telekom mit der elektronischen Überwachung von vier Telefonnummern im rheinischen Hennef begonnen, die insgesamt drei verdächtigen Personen zugeordnet wurden. Bei den Maßnahmen, die bis zum 16. Dezember 17.29 Uhr liefen, sollen insgesamt knapp 120 Anrufe erfasst worden sein. Dabei wurden offenbar auch die Gesprächsinhalte technisch verfügbar gemacht. Am Freitag, dem 13. Dezember hatten Mitarbeiter der Telekom vergeblich versucht, die Überwachung abzuschalten.

Die Leitungen seien – so heißt es in einem als “streng vertraulich” eingestuften Vermerk der Telekom – einem externen “Monitoring-Center” zugeführt worden. Nach den Unterlagen soll es sich um eine Firma für elektronische Dienstleistungen gehandelt haben, zu deren Kunden auch deutsche Sicherheitsbehörden zählen. Nach Beendigung der Operation mit dem Decknamen “Bunny” entbrannte in der Konzernzentrale Anfang 1997 ein Streit um ihre Rechtmäßigkeit. Experten des Unternehmens hielten sie für einen schweren Verstoß gegen geltendes Recht. Dafür müsse die Telekom bei Bekanntwerden sogar den Verlust ihrer Lizenz befürchten.

Der Konzern sei in jedem Fall verpflichtet, die Aufsichtsbehörden und die Betroffenen über die Abhöraktion zu informieren. Eine solche Informationspflicht jedoch bestritt vor allem der Personalvorstand der Telekom, Heinz Klinkhammer. Dieser Verdacht ergibt sich aus einem geheimen Gesprächsprotokoll vom 21. März 1997. Demnach habe Klinkhammer empfohlen, lieber “gutes Wetter” bei Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei zu machen und sie von einer “guten und verlässlichen Zusammenarbeit überzeugen”. Dann werde auch “nichts herauskommen, weil keiner etwas ahne”. Im Juni 1997 informierte die Telekom dann doch das Bundesministerium für Post und Telekommunikation über die “telekommunikationsdatenschutzrechtlich relevanten Aufzeichnungsmaßnahmen”.

In einem Antwortschreiben des zuständigen Staatssekretärs im Ministerium, Gerhard Pfeffermann, heißt es: “Ich halte das Vorgehen in Ihrem Unternehmen daher für strafrechtlich in hohem Maße bedenklich.” Das Ministerium kommt zu dem Schluss, dass die Maßnahmen rechtswidrig waren. Außer dieser Rüge blieb die Aktion aber offenbar strafrechtlich folgenlos. Gegen die beteiligten Mitarbeiter des Konzerns wurde nicht staatsanwaltschaftlich ermittelt. Das Ermittlungsverfahren gegen die vermeintlichen Hacker wurde eingestellt. Die Telekom bestätigte gegenüber dem ZDF die Überwachungsaktion aus dem Jahr 1996: “Angesichts eines nach damaliger Einschätzung unmittelbar drohenden schwersten Eingriffs in die Rechnersysteme der Telekom hielt man wegen der besonderen Eilbedürftigkeit eigene Maßnahmen zur Gefahrenabwehr für unerlässlich”, heißt es in der Stellungnahme. Zu Details wolle man sich jedoch noch nicht äußern. Der ehemalige Vorstand für Technische Dienste, Hagen Hultzsch, der die Maßnahme am Abend des 11. Dezember 1997 genehmigt hatte, wollte sich gegenüber dem Mainzer Sender nicht offiziell äußern.

Andere Beteiligte – insbesondere der ehemalige Personalvorstand Heinz Klinkhammer – reagierten nicht auf die Anfragen des ZDF. Das ZDF berichtet am Abend in “heute” und im “heute journal”.

Apple-Haendler Gravis will iPhone verkaufen

Sunday, December 9th, 2007

Apple-Händler Gravis will das Apple iPhone noch vor Weihnachten verkaufen

Deutschlands größter Apple-Händler, die Berliner Firma Gravis, will noch vor Weihnachten das Design-Handy iPhone in seinen Geschäften verkaufen. Er befinde sich dazu in Gesprächen mit der Telekom, sagte Gravis-Chef Archibald Horlitz dem Tagesspiegel (Montagausgabe). “Es war von Anfang an beabsichtigt, dass die Vertriebskanäle verbreitert werden”, sagte Horlitz. “So ist es auch in den USA. Die Distribution eines solchen Kult-Artikels muss breit sein, genau wie beim iPod.” Allerdings werde Gravis das iPhone vor Weihnachten noch nicht bundesweit anbieten können. “Im Moment sind zwei Standorte im Gespräch: Berlin und München”, sagte Horlitz. Zum Preis sagte er: “Ich halte den aktuellen Preis von 399 Euro für angemessen.”

Gravis will künftig die Computerabteilungen in den Karstadt-Warenhäusern betreiben. Am 19. November öffnete eine erste Niederlassung bei Karstadt in Düsseldorf. Anfang Februar werde Gravis in weitere Standorte expandieren, sagte Horlitz. Im Mai soll die Entscheidung fallen, ob die Kooperation ausgebaut wird. “Je nachdem wie sich der Markt auch insgesamt entwickelt, sind 30 bis 50 zusätzliche Standorte realistisch”, sagte Horlitz.

Die Gravis-Unternehmensgruppe zu der neben der Handelskett die IT-Beratung HSD gehört, plane für 2008  – ohne Karstadt – einen Umsatz von 170 Millionen Euro. “Abhängig von der Standortzahl und von der Produktpalette könnte ab 2009 ein Umsatz im Volumen von 80 bis 100 Millionen Euro hinzukommen”, sagte Horlitz. Um den Investitionsbedarf zu decken, könne er sich einen Börsengang grundsätzlich vorstellen. “Aber der Börsengang ist sicher nicht das favorisierte Mittel sich zu finanzieren”, sagte der Gravis-Chef. “Einem strategischen Partner würden wir den Vorzug geben.” Es gebe bereits Gespräche, er könne aber in der frühen Phase noch keine konkreten Namen nennen.

Axel Springer uebernimmt Telekom-Anteile an Bild.T-Online

Monday, December 3rd, 2007

Axel Springer AG übernimmt Telekom-Anteile an der Bild.T-Online AG

Die Axel Springer AG übernimmt wirtschaftlich zum 1. Januar 2008 die bisher von der Deutsche Telekom AG gehaltenen Anteile in Höhe von 37 Prozent an der Bild.T-Online.de AG & Co. KG, die das Online-Portal Bild.T-Online.de betreibt. Der Konzern wird mit diesem Schritt zum alleinigen Gesellschafter und erlangt damit die volle Verantwortung für die strategische Ausrichtung der Axel Springer Kernmarke BILD im Internet.

Durch ein umfassendes Investitionsprogramm baut das Online-Portal von BILD gegenwärtig seine Position als eines der führenden Medienangebote im Internet aus. Im April 2007 startete das Unternehmen unter der Führung des Vorstandsvorsitzenden Philipp Welte eine umfassende Innovationsoffensive, die noch in diesem Jahr zu einer signifikanten Weiterentwicklung des Angebots führen wird. Auf der Basis der neuen Gesellschafterstruktur ist es nun möglich, Bild.de noch enger mit der BILD-Markenwelt und deren journalistischen Kompetenzen zu verzahnen.

Das Internet-Angebot von Europas größter Tageszeitung BILD wurde 1996 gestartet und 2001 in ein Joint Venture mit der Deutschen Telekom eingebracht. Heute ist das Informations- und Entertainment-Portal mit mehr als 600 Millionen Page-Impressions und über 50 Millionen Visits (IVW Oktober/2007) eines der reichweiten- und umsatzstärksten General-Interest-Portale Deutschlands. Neben Philipp Welte (Vorstandsvorsitz) sind weitere Vorstände Kai Diekmann (Content), Bernd Beimdick (Technik und Finanzen) sowie Paul Mudter (Marketing).

Die Übernahme der Gesellschaftsanteile steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Kartellamt.

Apple iPhone – schleppender Verkaufsstart?

Friday, November 9th, 2007

Schleppender Verkaufsstart des Apple iPhone  zu erwarten – Untersuchung der Mediadesign Hochschule München belegt große Verärgerung über die Providerbindung in Kunden- und Nutzerforen

Apple iPhone

Wenn heute die Markteinführung des Apple iPhone in Deutschland exklusiv in den Telekom Shops beginnt, könnte sich die Euphorie der deutschen Kunden in Grenzen halten. Das legt zumindest die Untersuchung “Wie wird das iPhone vom deutschen Markt aufgenommen?” nahe, die jetzt von einer Projektgruppe des Fachbereichs Medienmanagement an der Mediadesign Hochschule München vorgelegt wurde.

Besonders große Vorbehalte haben die Befragten gegenüber der Bindung an T-Mobile und das vorhandene SIM-Lock, das die Benutzung des iPhone mit Telefonkarten anderer Provider verhindert. Für 37 Prozent stellt das SIM-Lock ein erhebliches Problem dar; 32 Prozent gaben an, das iPhone vor allem aus diesem Grund nicht kaufen zu wollen. Auch die generell Bindung an den Provider T-Mobile wird von den befragten Kunden abgelehnt: Rund 55 Prozent lehnten eine Bindung von Hardware und Provider grundsätzlich ab (40%) oder hätten sich einen anderen Anbieter (O2: 6,1%; Vodafone 5,3%, E-Plus: 2,5%) gewünscht.

Auch beim Preis haben die Kunden andere Vorstellungen als T-Mobile. Während das iPhone monatlich zwischen 50 bis 90 Euro Grundpreis angeboten wird, sind über 60 Prozent der Kunden nicht bereit, einen Vertragspreis von mehr als 30 Euro zu akzeptieren. Ohnehin kommt für 47 Prozent der Befragten ein Anbieterwechsel derzeit nicht in Frage. 34 Prozent von ihnen sind mit ihrem derzeitigen Mobilfunkanbieter nämlich “voll und ganz zufrieden”. Nur 5,7 Prozent gaben an, das iPhone sofort am Erscheinungstag kaufen zu wollen, 13 Prozent wollen die erste Revision des Produktes abwarten, 27 Prozent sind noch unentschlossen.

Enttäuscht sind viele Nutzer (43 Prozent) zudem darüber, dass das iPhone derzeit noch nicht über UMTS-Funktionalitäten verfügt, die aufgrund des hohen Energieverbrauchs noch nicht implementiert wurden.

Grundlage des Stimmungsbarometers, das die Projektgruppe Bettina Bizzarri und Elisabeth Loher unter der Leitung von Professor Wolf Groß an der Mediadesign Hochschule vorgelegt hat, ist eine nicht repräsentative Online-Befragung von 1.000 Teilnehmern der deutschsprachigen Kundenforen macuser.de, apfel-talk.de, telefon-treff.de und areabasar.de, die zwischen dem 23. September und 15. Oktober 2007 durchgeführt wurde. Der Rücklauf lag bei 245 Teilnehmern absolut, also 24,5 Prozent. 80 Prozent davon gehören zur iPhone-Kernzielgruppe im Alter von 16 bis 35 Jahren. 83 Prozent der Befragten waren männlich, 17 Prozent weiblich. Fast 80 Prozent nutzen ein Mobiltelefon mit Vertragsbindung.

Weblinks:
mediadesign-fh.de
t-mobile.de/iphone/