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Verbot Killerspiele – NDR giesst Oel ins Feuer

Friday, February 23rd, 2007

Ein Beitrag des NDR-Magazins “Panorama” soll das zur Zeit diskutierte
mögliche Verbot von sog. Killerspielen weiter “einheizen”.

Gamer sind verärgert! Der Spaß am spielen soll vermiest werden!

“Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet”

In der Sendung vom 22.02.2007 wurde behauptet, dass das Spiel “Call of Duty” eins von vielen brutalen Computerspielen sei, welches nur ein Ziel hätte, nämlich “Das Töten von möglichst vielen Gegnern”.

call-duty 2 Für die Sendung wurde eine “Studie” in Auftrag gegeben, durchgeführt von der Firma PanAmp AG. Dort heißt es wörtlich: “Im Auftrag einer öffentlich rechtlichen Sendeanstalt, wurde die Online-Nutzung von Killerspielen in Europa analysiert. Das Ergebnis ist erschreckend, selbst der 2. Weltkrieg wird online fortgesetzt.” (Quelle: PanAmp)

Wo leben denn die öffentlich rechtlichen Sender? Hinter dem Mond? Klar ist, dass die beliebtesten Computerspiele nunmal Ballerspiele sind. Ja, und hier geht es auch um das Töten, allerdings nur virtuell. Es ist bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass jeder, der ein sog. Killerspiel spielt auch im realen Leben gewalttätig wird.

Wenn es danach ginge, müsste auch jeder, der in der Mittagspause “Moorhuhn” spielt zum Tierquäler werden und wahllos Hühner abknallen.

Aktuelle Studie der Strato AG: 70 Prozent der Internetnutzer lehnen Verbot von “Killerspielen” ab – Eltern statt Behörden in der Pflicht!

Laut einer aktuellen Studie der STRATO AG sehen Internetnutzer die laufende Diskussion über Computerspiele differenzierter als der deutsche Durchschnitt: 70 Prozent der Befragten sagen, ein Verbot so genannter Killerspiele würde Jugendliche nicht weniger gewalttätig machen. Besonders die 20- bis 29-jährigen halten es für sinnlos, solche Spiele zu verbieten (86 Prozent). Ein Verbot bekäme nur bei Internetnutzern über 60 Jahren eine Mehrheit (56 Prozent). Von 500.000 ausgewählten STRATO Kunden beteiligten sich fast 27.000 an der Umfrage des Unternehmens.
killerspiele-strato-umfrage.jpg

Ein Ergebnis der STRATO Studie: Insbesondere
jüngere Internetnutzer halten ein Verbot von so geannnten
Killerspielen nicht für sinnvoll. Grafik: STRATO AG

In einer Studie der FU Berlin zeigten die Ergebnisse von Astrid Kristen und Caroline Oppl zudem, dass nicht die Spiele die Kinder aggressiv machten. Vielmehr suchten sich die Schüler und Schülerinnen jene Spiele aus, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur passten.

Weblinks zum Thema “Verbot Killerspiele”:

Update (26.02.07): lesen Sie hier eine Stellungnahme von Panorama zum Thema “Killerspiele”:

http://www.blogjoy.de/2007/02/25/stellungnahme-ndr-panorama-zum-beitrag-killerspiele/

NDR-Fernsehen: Highscore durch Vergewaltigung?
Artikel bei Golem:
http://www.golem.de/0702/50714.html

FU Berlin: Zwei aktuelle Studien untersuchen den Zusammenhang
von Aggressivität und dem Konsum gewalthaltiger Computerspiele:
http://www.fu-berlin.de/presse/wissenschaft/2006/pdw_06_017.html

Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet.
Sendung beim NDR:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-3710940_.html

Spiele Branche will bei Totalverbot von Killerspielen auswandern.
Artikel bei Golem:
http://www.golem.de/0702/50604.html

Debatte um Gewaltspiele – Was bringt Verbot Killerspiele ?

Sunday, February 18th, 2007

WAZ: Debatte um Gewaltspiele: Hinsehen und reden – Kommentar von Rafael Heiling

Blutige und gewaltverherrlichende Spiele gehören nicht einfach so in die Hände junger Menschen. Darum ist es gut, dass die Politiker das Problem angehen.

Aber auch, falls man solche Programme für völlig überflüssig hält: Ein komplettes Verbot allein ist nicht die Lösung des Gewaltproblems. An den jüngsten Amokläufen
waren nicht nur die Ballerspiele schuld. Selbst wenn Bayern Herstellung und Verbreitung solcher Spiele in Deutschland verbieten will, gibt es immer noch ausländische Internetseiten als Quellen – auch reichlich Gewaltvideos auf Web-Plattformen wie Youtube.

Und wenn der Kriminologe Christian Pfeiffer kritisiert, dass jeder zweite Zehnjährige Spiele spielt, die erst ab 16 sind – dann zeigt das vor allem, dass sich Eltern und Lehrer um Aufklärung kümmern müssen. Vernünftig, nicht verteufelnd. Dazu müssen sie sich die Spiele auch selber wenigstens mal ansehen. Und dann die Kinder im Gespräch dazu
bringen, über das nachzudenken, was sie da tun. Ein bloßes Gewaltspiel-Verbot geht an der Ursache vorbei. Das Spielen von “Egoshootern” allein macht jedenfalls aus einem behüteten Jungen noch keinen Amokläufer.

Quelle: www.waz.de

Protest Verbot Killerspiele

Sunday, February 18th, 2007

Der Tagesspiegel: Branche droht bei Totalverbot von Killerspielen mit Abwanderung aus Deutschland

In der Debatte um ein Totalverbot von so genannten
Killerspielen, droht die Branche mit Abwanderung aus Deutschland. “Es
gibt einige Entwickler, die bereits überlegen, wegen der schlechter
werdenden Rahmenbedingungen ins Ausland zu gehen”, sagte Thomas
Dlugaiczyk, Geschäftsführer der Berliner Games Academy, der einzigen
Spezialschule Deutschlands für Computerspiel-Entwickler, dem
Tagesspiegel am Sonntag. Es sei klar, dass die Branche künftig einen
Bogen um Deutschland machen werde.

Auch die Vertreiber der Spiele haben große Bedenken gegen eine
Verschärfung des Jugendschutzes. “Sinnvolle Regeln zum Jugendschutz
begrüßen wir”, sagte Niels Bogdan, Sprecher des zweitgrößten
europäischen Videospielvertreibers Ubi Soft, “aber der aus Bayern
eingebrachte Entwurf schießt über das Ziel hinaus.” Welche konkreten
Folgen der Entwurf haben werde, sei noch nicht abzusehen, weil viele
Dinge noch nicht geklärt seien. Etwa die Frage, wie der Begriff
“Killerspiel” überhaupt definiert wird.

Ähnliche Bedenken hat der Bundesverband interaktive
Unterhaltungssoftware bei dem Sofortprogramm, dass das
Bundesfamilienministerium “zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
vor extrem gewalthaltigen Computerspielen” gerade beschlossen hat.
“Selbst die ‘Moorhuhn’-Jagd ist gewalthaltig”, sagt Geschäftsführer
Olaf Wolters. Eine Grenze zu ziehen sei kaum möglich. Er meint, dass
ein solches Verbot nicht mit der Verfassung vereinbar ist – wegen
Verstoßes gegen die Kunst- und die Berufsfreiheit.

Ein Antrag Bayerns auf ein Totalverbot von Killerspielen war am
Freitag im Bundesrat zunächst an die Ausschüsse verwiesen worden.

Quelle: www.tagesspiegel.de