Videoportale liefern Unterhaltung fuer zwischendurch

Studie von Accenture und SevenOne Media zu den Medientagen München: Videoportale liefern den “Unterhaltungs-Snack” für zwischendurch

MyVideo, YouTube & Co. befriedigen ein neues, spezifisches Medienbedürfnis: Sie liefern die schnelle Unterhaltung für zwischendurch. So lautet das zentrale Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture und des ProSiebenSat.1-Vermarktungsunternehmens SevenOne Media. Mittlerweile besuchen 59 Prozent der deutschen Internetnutzer Videoportale mindestens gelegentlich.

Dabei nehmen die Portale eine Sonderstellung zwischen klassischem Fernsehen und herkömmlichem Internet ein. Auf der einen Seite konsumieren die Nutzer vorgegebene Inhalte wie beim Fernsehen eher passiv und mit dem Ziel, sich zu unterhalten und zu entspannen. Auf der anderen Seite schätzen sie die freie Entscheidung und Kontrolle darüber, welche Clips sie wann und wie lange anschauen. Für die Primärstudie, die am 7. November auf den Medientagen vorgestellt wird, wurden 850 Internetsurfer zwischen 14 und 49 Jahre mittels Telefoninterviews befragt.

Nutzer suchen Unterhaltung und professionelle TV-Inhalte

Mehr als die Hälfte der Befragten besuchen Videoportale zum Zeitvertreib  (52 Prozent). 41 Prozent wollen sich auf Videoportalen in gute Stimmung versetzen lassen und 30 Prozent geben an, entspannen zu wollen. Um das zu erreichen, haben je nach Portal bis zu 69 Prozent der Nutzer schon einmal nach TV-Inhalten gesucht. Auch die für den Gebrauch des Internets bezeichnende, aktive Komponente zählt. Neun von zehn Befragten begrüßen es, Videos jederzeit starten und stoppen zu können (86 Prozent). 93 Prozent der Befragten ist es wichtig, Videos selbst aus einem großen Angebot auszuwählen.

Kürze der Beiträge ist die Stärke der Videoportale

“Videoportale bieten den Unterhaltungs-Snack für zwischendurch”, sagt Veit Siegenheim, Geschäftsführer im Bereich Media & Entertainment bei Accenture. “Dadurch wird die Mediennutzungszeit leicht ansteigen. Die Menschen werden aber nicht weniger Zeit auf anderen Internetseiten oder vor dem Fernseher verbringen.” Darauf lässt die kurze Verweildauer auf Videoportalen schließen. Die Mehrheit der Nutzer (54 Prozent) sieht sich maximal 15 Minuten lang Clips an. Nur zwölf Prozent nutzen MyVideo, YouTube & Co. länger als 30 Minuten. “Erst die Kürze der eingestellten Beiträge macht die Videoportale für die Nutzer so attraktiv. Das Bedürfnis nach kurzweiliger und spontaner Ablenkung, Entspannung und Anregung konnte bisher kein anderes Medium erfüllen”, sagt Peter Christmann, Vorstand Marketing & Sales der ProSiebenSat.1 Group.

Werbung ist das akzeptierte Finanzierungsmodell

Für werbungtreibende Unternehmen sind Videoportale ein relevantes Medium. Die Ergebnisse der Videoportal-Studie zeigen, dass die Nutzer Werbeformen im Umfeld der Kurzfilme akzeptieren. Ein Drittel der Befragten (31 Prozent) sieht sich Werbung hier sogar gezielt an. 64 Prozent haben nichts dagegen, wenn vor oder nach dem Video kurz auf einen Sponsor, ein Produkt oder eine Dienstleistung hingewiesen wird. Eine Finanzierung durch Gebühren oder sonstige Nutzerentgelte lehnen dagegen 91 Prozent der Befragten ab. Grundsätzlich, so die Ergebnisse, kommt Werbung bei den Usern an. Sie darf das Unterhaltungserlebnis jedoch nicht stören.

“Videoportale sind kein vorübergehendes Phänomen. Für viele Nutzer sind sie mittlerweile fester Bestandteil ihres Medienkonsums”, sagt Veit Siegenheim. “Werbetreibende erreichen dort Zielgruppen, an die sie über das Fernsehen mittlerweile nur noch schwer herankommen. Sie sollten das Medium gezielt in ihre Kampagnenplanungen einbeziehen.”

“Als audiovisuelles Medienhaus verfolgen wir eine Double-Play-Strategie und erreichen die junge Zielgruppe mit unseren starken Präsenzen im Netz. Bereits dort binden wir sie an unsere starken Marken wie beispielsweise ProSieben. Und das mit Erfolg, denn wir haben die Inhalte, die Nutzer von den PC- vor die TV-Bildschirme treibt – und umgekehrt”, sagt Peter Christmann.

Weitere Ergebnisse der Studie:

Der Mitmachfaktor auf Videoportalen ist geringer als gedacht. Zwar gehören MyVideo, YouTube, Clipfish & Co. zum so genannten Web 2.0. Der in diesem Zusammenhang oft zitierte Mitmachfaktor wird bei Videoportalen jedoch überschätzt. 86 Prozent sehen sich die Videos nur an. Lediglich acht Prozent laden eigene Filme hoch, was bei rund 39 Millionen Internetnutzern in Deutschland der immer noch stattlichen Zahl von 3,1 Millionen Menschen entspricht.

Die Nutzer surfen auf Empfehlung. Mehr als 50 Prozent der Befragten schauen sich einen Kurzfilm auf einem Videoportal an, weil er ihnen von Freunden oder Bekannten empfohlen wurde. 48 Prozent suchen gezielt nach Videos. Nur 35 Prozent der Nutzer sehen sich Clips an, die ihnen auf dem Portal gerade ins Auge fallen.

Videoportale sind kein reines PC-Thema. 53 Prozent der Befragten würden sich Kurzfilme von Videoportalen auch auf dem Fernseher anschauen, 20 Prozent auf dem Handy, neun Prozent sogar auf ihrer Spielkonsole.

Über die Studie

Im Auftrag des ProSiebenSat.1-Vermarkters SevenOne Media (www.sevenonemedia.de) und des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture (www.accenture.de) befragte das Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn 850 Internetnutzer im Alter zwischen 14 und 49 Jahren mittels Telefoninterviews (CATI) auf der Basis eines strukturierten Fragebogens. Das ZEM ist auf Studien mit schwer zu erreichenden Zielgruppen und hohem methodischem Anspruch spezialisiert.

Weblinks:
www.youtube.com
www.myvideo.de
www.clipfish.de
www.sevenload.com
www.dailymotion.com
www.myspace.com

1 Comment

  • sebastian says:

    Ein sehr interessanter Artikel. Weißt du noch wo du die Daten her hast? Mich würde vorallem die Studie interessieren. Außerdem suche ich nach Informationen zu den Folgen solchen Konsums.