Archive for the ‘Umwelt’ Category

Klimaschutz: Gabriel will Steuerabzug Dienstwagen begrenzen

Thursday, March 15th, 2007

stern: Umweltminister Sigmar Gabriel will Steuerabzug für spritfressende Dienstwagen begrenzen – “Union muss Merkel stärker unterstützen”

Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat davor gewarnt, beim Klimaschutz nur “Verzicht und Askese” für die Verbraucher zu predigen. “Da wollen sich einige nur um die viel härtere Aufgabe drücken, sich mit mächtigen Wirtschaftslobbys anzulegen”, sagte Gabriel dem Hamburger Magazin stern. “Wir müssen die Prioritäten richtig setzen. Ich kenne viele in der Autobranche, die sich diebisch freuen würden, falls wir uns jetzt ins Thema Tempolimit verbeißen, statt die Autoindustrie zu zwingen, spritsparende und CO2-arme Modelle zu entwickeln.”

Der Stern widmet sich dem Thema Klimaschutz

Gabriel kündigte in dem Zusammenhang das Ende der Selbstverpflichtung und zahlreiche gesetzliche Maßnahmen an. “Das gute alte preußische Ordnungsrecht wird noch fröhliche Urstände feiern, weil es anders gar nicht geht”, sagte der Umweltminister dem stern. Neben der Autoindustrie, die den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Wagen nicht genügend reduziert hat, seien auch die Energieunternehmen ihrer Selbstverpflichtung für eine effizientere Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung nicht nachgekommen, so Gabriel. “Auch da müssen wir gesetzgeberisch ran.”

Im stern plädierte der Minister für eine begrenzte steuerliche Abzugfähigkeit von dienstlich verfahrenem Benzin. “Der Sprit für Dienstwagen sollte von den Unternehmen nicht länger in beliebiger Höhe steuerlich abgesetzt werden können”, so Gabriel. “Beim Pflegedienst-Auto, das fünf Liter verbraucht, lassen wir das zu, aber nicht bei Wagen, die neun, zehn Liter oder mehr schlucken. Da schmeißen wir Milliarden zum Fenster raus.” Gabriel sprach sich zudem für eine Pflicht der Autohersteller aus, den Schadstoffausstoß direkt am Wagen kenntlich zu machen. Im Autohaus müsse zu erkennen sein, “wie gut oder schlecht der Wagen im Vergleich zu anderen liegt”, forderte er.

Gabriel rief die CDU/CSU-Politiker auf, die Umweltpolitik der Kanzlerin stärker zu unterstützen. “Es wäre schön, wenn sich die Kollegen in der Union stärker hinter sie stellen würden”, sagte er dem stern. “Da wird häufig in die entgegengesetzte Richtung gerudert.” Angela Merkel sei vom Thema Umwelt “innerlich überzeugt”. Aber, so Gabriel: “Bei aller Wertschätzung, sie ist und bleibt eine schwarze Kanzlerin.”

Die am Donnerstag erscheinende Ausgabe des stern widmet sich schwerpunktmäßig Umwelt-Themen  – vom Essay des ehemaligen US-Vizepräsidenten und aktuellen Oscar-Preisträgers Al Gore bis zum Praxistest “Grün Leben im Alltag” von Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange. Und erstmals in der Geschichte des Hamburger Magazins ist das vertraute stern-Logo nicht rot, sondern – grün.

Mordlust auf Wale gestoppt – Nisshin Maru repariert

Sunday, February 25th, 2007

Sea Shepherd Conservation Society:

Nach Angaben des deutschen Walschützers Jürgen Ortmüller, der laufend mit der amerikanischen Umweltschutzorganisation Sea Shepherd in Verbindung steht, ist das japanische Walfangschiff “Nisshin Maru” soweit repariert, dass es nördlichen Kurs auf Japan nehmen kann. Navigation und Schiffsantrieb seien repariert, die Walfang-Apparaturen an Board des Fabrikschiffs jedoch durch den Brand völlig zerstört. Das Walfleisch der bisher gefangenen ca. 500 Wale werde wohl verrotten.

Nach der Kollision des Harpunierschiffes “Kaiko Maru” der japanischen Walfangflotte mit dem Schiff der Umweltschützer “Robert Hunter” hat Sea Shepherd mit seinen beiden Schiffen inzwischen den australischen Hafen Melbourne erreicht und ist dort begeistert empfangen worden. Das beschädigte japanische Begleitschiff wird zur Reparatur ebenso wie die “Nisshin Maru” Tokio ansteuern.

Paul Watson, ehemaliges Gründungsmitglied von Greenpeace und Präsident der Sea Shepherd, begrüßte die Beendigung der Walfangsaison 2006/2007. Er sei froh, dass es nicht zu einer Umweltkatastrophe im Südpolarmeer durch das Walfabrikschiffs gekommen ist. Watson verwies darauf, dass es bereits der zweite Brand innerhalb von zehn Jahren auf der “Nisshin Maru” war und dass das Schiff nicht für Eismeerfahrten klassifiziert sei. Watson: “Die Japaner scheinen ihren gesunden Menschenverstand bei ihrer Mordlust auf die Wale verloren zu haben. Die Walfangflotte ist ein ökologische Zeitbombe und eine permanente Gefahr, solange sie sich in dem Walschutzgebiet aufhält.”

Watson hofft, dass die japanischen Schäden so groß seien, dass sie im nächsten Jahr nicht erneut zur Waljagd antreten können. Er drohte den Japanern: “Falls Ihr wiederkommt, werden wir hier in der Antarktis auf Euch warten und wir werden nicht nur unsere Politik dieses Jahres verfolgen.” Sea Shepherd hatte das japanische Fabrikschiff mit Buttersäure bombardiert und die Abflusskanäle für das Walblut blockiert.

Weblink:
Sea Shepherd Conservation Society
www.seashepherd.org

Mehr Klimaschutz beginnt im Kleinen

Sunday, February 25th, 2007

Westfalenpost: Reden? Vormachen! Mehr Klimaschutz beginnt im Kleinen

Alle reden über mehr Klimaschutz, Politiker vorne weg. Das ist im Prinzip löblich, denn Besinnung tut Not. Wir haben ja nur diese eine Erde. Leider wird man aber den Verdacht nicht los, dass es dem einen oder anderen auch darum geht, mit dem eigenen Wort zum gerade hochaktuellen Thema in die Medien zu kommen.

Minister Tiefensee redet über die Umstellung der Kfz-Steuer – der Kohlendioxid-Ausstoß bestimmt die Höhe – , als wäre das beschlossen. Minister Gabriel bringt stärkere Steuerbelastung für große Dienstwagen ins Spiel. Ex-Minister Töpfer ist für die Abschaffung der Kfz-Steuer – alles rauf auf den Benzinpreis! Der Bürger wird schwindelig: Ja, was denn nun? Hauptsache, wir haben darüber geredet? Es ist, als habe die Uno mit ihrer Klimastudie das Signal zum verbalen Umwelt-Aktionismus gegeben. Schagzeilen wie “Die Erde hat nur noch 13 Jahre” tragen zur tiefen Verunsicherung bei. Auch wenn diverse Horrorszenarien zu düster gemalt sind: Tatsächlich ist es Zeit zu Handeln! Wer zunächst Taten der großen Luftverschlechterer China, USA und Indien einfordert, macht es sich zu leicht. Der Kampf gegen die Erderwärmung beginnt im eigenen Umfeld: Wie wäre es, wenn Minister mit gutem Beispiel voranführen und auf kleinere Dienstwagen umsteigen, Herr Gabriel?

Die Welt retten wollen und für 19 Euro durch Europa fliegen – das verträgt sich nicht! Lagerhaltung auf der Straße ist so umweltschonend wie die Heizstrahler-Party auf der Terrasse. Klar, wir sind für Öko-Autos. Aber mit allen Extras! (“Westfalenpost”)

Klima-Studie – Kommentar zum Klimaschutz

Saturday, February 24th, 2007

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur Klima-Studie
Von Andreas Friedrich

Vollbremsung – So ist Politik.
Australiens Umweltminister Malcolm Turnbul ging ein Licht auf. Ein
sparsames, trotzdem helles Licht. Dem fällt nun die Glühbirne zum
Opfer. Ersetzt wird sie auf dem fünften Kontinent ab 2010 von der
Energiesparlampe. Damit das Klima sich nicht weiter erhitzt. Den
Kyoto-Prozess ignoriert man im Land der pro Kopf größten
Treibhausgas-Dreckschleuder zwar trotzdem. Insgeheim hält man den
Klimawandel wohl auch weiter für eine grüne Verschwörung gegen die
freie Wirtschaft. Doch es sind Wahlen. Und weil es Stimmen bringt,
schmückt man sich mit grünen Feigenblättern.

Dem Klimaschutz bringt das nichts. Auch wenn die Diskussion um
Edisons Birnen ausstrahlt nach Deutschland. Aber der Wechsel der
Lichtquellen rettet nicht die Welt. Der UN-Klimarat fordert
Sofortschritte für eine Treibhausgasreduzierung. In einer trägen
Materie wie dem Klimaschutz, wo Maßnahmen erst in Dekaden wirken,
käme das einer Vollbremsung auf dem bisherigen Weg gleich.
Die Forscher schlagen Alarm. Immer und immer wieder. Die Politik hat
es so weit kommen lassen, dass der aktuelle UN-Bericht eine
Katastrophenwarnung ist. Sie will von der Wissenschaft offensichtlich
solche Notsignale hören, um eine Legitimation für ihr Handeln zu
bekommen. Nun hat sie eine weitere: Zwei Grad noch, mehr Erhitzung
sollte sich die Menschheit nicht erlauben. Sonst wird es richtig
teuer und kostet nicht nur das eine Prozent des globalen
Bruttoinlandsprodukts, wie ein Gutachten vorhersagt.

Bei allen Warnungen darf man aber nicht verkennen, dass der
Klimaschutz ein Thema mit wachsenden Gewissheiten ist. Inzwischen
wurde aus dem Jein der letzten Jahre ein Ja. Ja, der Mensch trägt die
Hauptlast am Klimawandel. Von Schuld sollte man nicht reden.
Schließlich hat die industrielle Revolution auf der Basis fossiler
Energieträger der Menschheit in den letzten zweihundert Jahren einen
gehörigen Entwicklungsschub versetzt.

Doch nun ist eine neue, eine technologische Revolution nötig. Es sind
Verfahren nötig, die verhindern, dass die Menschheit über ihre
Verhältnisse lebt und die Lebensgrundlagen so verändert, dass ihr
Dasein immer aufwendiger wird. In Ansätzen gibt es dieses Know How.
Aber es braucht einen globalen Markt. Dafür muss der Klimaschutz raus
aus der Umweltecke. Er muss endlich und endgültig ein
Wirtschaftsthema werden. Nur wenn saubere Technologien und
klimafreundliche Energieformen verwertbar und konkurrenzfähig sind,
entfacht sich die nötige Eigendynamik. Und – so zynisch es klingen
mag, so wahr ist es doch – auch die in Konflikten mündende
Abhängigkeit der Menschheit von Öl und Gas regt zum Umdenken an. Das
Zeitalter des Erdöls wird nicht durchs Versiegen der Lagerstätten
beendet, sondern durch zu viel CO2 in der Luft.

Doch noch immer sind Meinungen verbreitet, es betreffe den Einzelnen
nicht, man könne ohnehin nichts tun, es werde schon nicht so schlimm,
es bleibe noch Zeit. Aber erst wenn sich ein Denkwandel vollzogen
hat, kann es wirklichen Klimaschutz geben. Auf globaler wie auf
persönlicher Ebene. Auch dem Kauf einer Energiesparlampe geht
schließlich eine gewisse Denkleistung voraus.

Webportal gegen Klimawandel in Schweden

Tuesday, February 20th, 2007

Schweden kämpft mit kreativem Webportal gegen Klimawandel

“Wollen die Wissenschafter zu Wort kommen lassen”

Das schwedische Kommunikationsprojekt “The Planet” http://www.forskning.se/theplanet , das auf einer TV-Doku-Serie, einem Film und einem Internetportal aufgebaut ist, hat aufgrund des enormen Erfolgs in der schwedischen Öffentlichkeit eine englischsprachige Version gelauncht. Innerhalb der ersten zwei Monate verzeichnete die schwedische Version des Web-Portals, die zu Beginn 2006 startete, über 100.000 unique visitors. “Das ist eine sehr hohe Zugriffszahl für ein so kleines Land wie Schweden und dazu noch für ein Wissenschaftsportal”, unterstreicht Anna Maria Fleetwood, Projektmanagerin der Website, den Erfolg des Portals im Gespräch mit pressetext. Das Projekt hat zum Ziel Wissenschaft einem breiteren Publikum näher zu bringen und stellt den globalen Wandel und dessen Auswirkungen auf die Menschen in den Mittelpunkt.

the-planet - Klimaschutz

Der Webauftritt sticht durch ein beeindruckendes Webdesign und kinderleichter Bedienbarkeit hervor. “An dem Konzept haben wir vier Jahre lang gearbeitet. Während der Entwicklung haben wir uns bemüht es so pädagogisch wertvoll wie möglich zu gestalten”, sagt Fleetwood weiter. Obwohl die Website mit vielen Animationen arbeitet, richte sie sich an Jung und Alt gleichermaßen. Ein weiteres Anliegen des Projekts sei darzustellen woran die Wissenschafter tatsächlich arbeiten. “Wir wollen die Wissenschafter zu Wort kommen lassen, weil die Medienberichterstattung dem nicht immer nachkommt”, so Fleetwood.

Den enormen Erfolg verdankt das Portal aber auch der gleichnamigen TV-Doku-Serie, die im öffentlich-rechtlichen Kanal Sverige Television AB (SVT)  http://svt.se  zur Prime-Time ausgestrahlt wird. “Für eine Dokumentationsserie waren die Einschaltquoten enorm hoch”, betont Fleetwood. “Die Serie sowie auch das Webportal werden bald auf norwegisch erscheinen. Zwar ist noch keine Übersetzung ins Deutsche in Arbeit, aber über eine Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen würde sich Fleetwood freuen. “The Planet” startete die englische Version des Webportals kurz nach der Veröffentlichung des UN-Berichts zum Klimawandel, dessen hohe Medienaufmerksamkeit “The Planet” sehr zu Gute komme, freut sich Fleetwood.

An dem Projekt sind zahlreiche schwedische Institutionen beteiligt, darunter der Swedish Research Council, Swedish Research Council for Environment, Swedish Energy Agency oder The Bank of Sweden Tercentenary Foundation. Von der Produktion bis zum Launch der Website verschlang das Projekt 1,5 Mio. schwedische Kronen (162.000 Euro) und beschäftigte für 14 Monate ein Team von rund 15 Personen.

Aussender: http://www.pressetext.at