Archive for the ‘Wirtschaft’ Category

Dienstleister melden gute Geschaefte

Wednesday, October 24th, 2007

Geht es nach den Abschlüssen im Vertrieb, bleibt die deutsche Wirtschaft auch im Herbst auf Wachstumskurs. Allerdings wird eine Verschiebung zwischen den Sektoren erkennbar:

Die Dienstleistung legt im Neugeschäft stark zu, während in der Produktion ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Dies meldet der aktuelle Xenagos-Sales-Indikator im dritten Quartal 2007. Zum sechsten Mal in Folge wurden Vertriebsfachleute aus ganz Deutschland zur Entwicklung ihrer Geschäfte in Bezug auf die Angebotshöhe und den Anteil der Neukunden befragt.

Die Aufträge des Sommers beflügeln das Herbstgeschäft. Darauf weist der weiterhin deutlich positive Gesamt-Indikator hin. Ähnlich wie andere Konjunktur-Indikatoren fällt er mit 38,36 nur leicht unter das Niveau des Vorquartals (40,68). Eine schwächere Dynamik als zu Beginn des Jahres lässt sich dennoch erkennen: Der leichte Rückgang des Indikators und der hohe Anteil der Vertriebsexperten, die ihre Neukundenquote genauso zurückhaltend bewerten wie im 2. Quartal (43,40 %), sprechen dafür.

Handel bleibt konstant, Produktion sinkt, Dienstleistung steigt

Der Blick auf die einzelnen Sektoren gibt ein differenzierteres Bild wider. Im Handel gleichen sich die Abnahme im Neugeschäft und die Zunahme der Angebotshöhe weitgehend aus, so dass der Indikator hier fast gleich bleibt. In der Produktion fällt der Neukundenindex um 33,34 Punkte zurück auf das Herbst-Niveau des vergangenen Jahres. Auch die Angebotshöhe verringert sich deutlich um 4,44 Punkte. Besonders positiv entwickelten sich die Vertriebsaktivitäten und Geschäfte im Dienstleistungssektor: Hier legte das Neugeschäft um 15,09 Punkte zu und die Angebotshöhe blieb fast gleich.

Bewertung hängt von der Position im Unternehmen ab

Die Aussagen der Vertriebsmitarbeiter unterscheiden sich je nach Stellung im Unternehmen. Während die Angaben der Führungskräfte starke Ausschläge aufweisen, steigt der auf Mitarbeiter im Feld beschränkte Sales-Indikator langsam und kontinuierlich über fast alle Befragungsquartale an. “Dies ist möglicherweise ein Indiz dafür, dass sich die Verkäufer im Feld bei ihren Bewertungen viel weniger von Stimmungen als von ihrer Pipeline und ihren tatsächlichen Abschlüssen leiten lassen”, sagt dazu Xenagos-Geschäftsführer Christopher Funk.

Formal ist der Sales-Indikator aufgebaut wie der ifo-Geschäftsklimaindex. Für den Indikator wertet Xenagos die Antworten von repräsentativ ausgewählten Vertriebsfachleuten aus Handel, Dienstleistung und Produktion aus. Die Vertriebsfachleute wurden auch im Oktober nach den Angeboten der letzten drei Monate gefragt: Liegen Anzahl der Angebote an Neukunden und das Volumen der Angebote insgesamt auf gleich hohem Niveau wie bisher? Ist das Geschäft besser geworden oder gab es Einbußen? Aus der Differenz von Verbesserungen zu Verschlechterungen wird der Indikator gebildet. Der Sales-Indikator weist somit auf Geschäft in der Zukunft hin und läuft der tatsächlichen Geschäftsentwicklung voraus.

BWL kompakt – Taschenbuch

Wednesday, October 17th, 2007

BWL kompakt – Die 100 wichtigsten Fakten – neuer Haufe TaschenGuide zum 10-jährigen Jubiläum der Reihe erschienen

BWL kompakt - Taschenbuch

Egal wie klein oder groß ein Unternehmen ist: fast alle Aufgaben in der Wirtschaft – aber auch in der Verwaltung – sind verbunden mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen: Was kostet das? Welche steuerlichen Auswirkungen hat diese Entscheidung? Wie lässt sich das Vorhaben finanzieren? Dabei kommt es nicht so sehr auf wirtschaftliches Detailwissen an. Oft reicht es aus, die ökonomischen Ergebnisse und Folgen von technischen Problemlösungen und anderen Entscheidungen im Unternehmen richtig abzuschätzen. Doch wie gelingt das?

Wissen, was man wissen muss: Der neue Haufe TaschenGuide “BWL kompakt – Die 100 wichtigsten Fakten” liefert BWL-Studenten, angehenden Führungskräften und Quereinsteigern das Rüstzeug für sinnvolle, ökonomische Entscheidungen.

Egal ob es um Unternehmensführung, Personal, Produktion und Logistik, Marketing, Finanzplanung, Rechnungswesen oder Controlling geht – der Autor Prof. Helmut Geyer erklärt die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre leicht verständlich, kompetent und mit vielen Praxisbeispielen aus der Wirtschaft.  Der TaschenGuide ist übersichtlich nach den einzelnen BWL-Themen gegliedert und die 100 wichtigsten Fakten sind optisch hervorgehoben. So findet der Leser schnell die Informationen, die er braucht. Zahlreiche Checklisten, Entscheidungshilfen und ein Stichwortverzeichnis runden den Ratgeber ab.

Der Jubiläumsband zum 10-jährigen Bestehen der Reihe Haufe TaschenGuides ist mit 256 Seiten doppelt so umfangreich wie ein regulärer Band, kostet aber nicht mehr.

“BWL kompakt – Die 100 wichtigsten Fakten” – Online bestellen

Lotto-Annahmestellen von Schliessung bedroht

Friday, October 5th, 2007

Jede dritte Lotto-Annahmestelle wird mittelfristig bundesweit geschlossen. Mit der Konzession wird vielen Kioskbetreiber die Lebensgrundlage entzogen

Deutschlandweit werden mittelfristig voraussichtlich tausende Lottoannahmestellen geschlossen. Grund ist der Entwurf eines neuen Glückspielstaatsvertrags, der am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll und der die Reduzierung von Annahmestellen vorsieht.

Schon jetzt werden Konzessionen für das staatlich sanktionierte Glückspiel entzogen: In Berlin werden bis zum Jahresende zunächst rund fünfzig Lotto-Annahmestellen verschwinden; in Thüringen spricht man von einer Begrenzung der Annahmestellen um 50 Prozent. Auch Experten gehen davon aus, dass bundesweit 30 bis 50 Prozent der rund 26.000 Annahmestellen geschlossen werden.

Für viele kleinere Kioske bedeutet dies unweigerlich das Aus, da ihre Geschäftsgrundlage häufig die Provisionen aus dem Lottogeschäft sind. Fallen diese weg, droht ihnen die Pleite. Durch die Begrenzung soll das Staatsmonopol auf dem Glücksspielmarkt gesichert werden. “Ohne Rücksicht auf Verluste,” so Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbandes, “soll hier ein Gesetz durchgeboxt werden, das von der EU und anerkannten Rechtsexperten als verfassungs- und europarechtswidrig eingestuft wird.”

Schon seit November 2006 warnt der Deutsche Lottoverband vor der Schließung von einigen Tausend Annahmestellen für den Fall, dass Lotto nicht aus dem geplanten Staatsvertrag herausgenommen werde. Dieser unterscheidet nicht zwischen den unterschiedlichen Suchtgefährdungspotenzialen der Glücksspiele – Casino-Roulette wird auf eine Stufe mit dem harmlosen Lotto gestellt. Während das gefährliche Automatenglücksspiel sogar gänzlich unberührt bleibt “Unsere Einschätzungen haben sich leider bewahrheitet. Aber wir werden entschlossen weiterkämpfen: für den Erhalt des deutschen Lottos und somit auch für  den Erhalt der Annahmestellen”, so Norman Faber.

Butter und Milch werden teurer

Wednesday, August 1st, 2007

WAZ: Die Milch wird teurer – Neue Chancen hinterm Butterberg
- Leitartikel von Ulrich Schilling-Strack

Alles wird teurer. Jetzt auch die Milch. Dass diese Ankündigung mit solch einem Getöse diskutiert wird, liegt in erster Linie an der Größenordnung des bevorstehenden Preisrucks. Um 50 Prozent teurer könnten Molkereiprodukte in den nächsten Tagen werden, wird befürchtet.

Diese Zahl muss man erst mal verdauen. Wer sie eigentlich in die Welt gesetzt hat, ist allerdings nicht ganz einfach zu klären. Es stimmt zwar, dass Molkereien und Handel neue Verträge aushandeln, und die steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt die Preise nach oben treiben wird.

Ob das Päckchen Butter allerdings wirklich um 60 Cent teurer und der Becher Quark zur unerschwinglichen Delikatesse wird, sollte man getrost abwarten. Lässt sich auf dem umkämpften Markt überhaupt nicht durchsetzen, behauptet der Handel, der dennoch schon im Vorfeld als übler Profitmacher geprügelt wird. Dem Landwirt, dem wir die Mehreinnahmen auch gönnen würden, fließen nämlich angeblich nur ein paar Cent mehr in die Kasse.

Die aktuelle Diskussion rührt allerdings an einem tiefer sitzenden Problem. In kaum einem anderen Industrieland sind die Lebensmittelpreise so niedrig wie in Deutschland. Wer im Urlaub beispielsweise in Skandinavien oder Großbritannien einkaufen war, lobt anschließend den heimischen Supermarkt als Preisparadies. Geiz ist geil, fordern wir auch hier, und geben im Vergleich zu den Nachbarn am wenigsten für Nahrungsmittel aus. Nur 20 Prozent der gesamten Ausgaben für den Konsum liefern wir an den Lebensmittelkassen ab.

Darauf muss man nicht unbedingt stolz sein. Billig kommt selten umsonst. Wir zahlen dafür letztlich sogar einen hohen Preis. Beispielsweise über die milliardenschweren Subventionen, mit denen die EU die Landwirte unterstützt, die angesichts der extrem niedrigen Erzeugerpreise sonst längst pleite wären.

Was ist uns das Essen wert, sollten wir uns außerdem fragen. Billig heißt nämlich meistens auch: nicht gut. Artgerechte Tierhaltung und sorgfältige Verarbeitung der Rohprodukte haben nun mal ihren Preis. Wie kann also die Milch billiger als die Cola sein, und der Sonntagsbraten weniger kosten als die Packung Zigaretten?

Vielleicht standen Butterberg und Milchsee einer Auseinandersetzung mit dieser Problematik viel zu lange im Weg. Steigende Preise sind manchmal eben auch eine Chance. (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Web 2.0-Autoren als Verkaufsberater

Tuesday, June 5th, 2007

Unternehmen setzen auf Web 2.0-Autoren als Verkaufsberater

Anwenderforen im Web haben einen großen Zulauf. 70 Prozent der Internetnutzer holen sich zumindest gelegentlich Rat und Anregungen von anderen Webnutzern zu Produkten und Dienstleistungen. Drei von vier Surfern lesen vor dem Kauf die Bewertungen anderer Kunden. Markenhersteller und Online-Händler können von den Kundenempfehlungen aktiv profitieren. Erfahrungsberichte und Blogs schlagen häufig alle anderen Werbemaßnahmen in punkto Glaubwürdigkeit um Längen. So werden aus Web 2.0-Autoren Verkaufsberater. Dies sind die Ergebnisse der Trendumfrage “Vernetzte Kunden – Wie Web 2.0 das Online-Shopping verändert” von der novomind AG in Zusammenarbeit mit wiwo.de und handelsblatt.com.

Für Unternehmen kommt es darauf an, den Besuchern der Internetseite ein möglichst breites Forum zum interaktiven Austausch bereitzustellen. Rund 80 Prozent der befragten Internetnutzer halten Kundenrezensionen für ein wichtiges Angebot eines Online-Shops. Von diesem Dialog können beide Seiten profitieren. Für Unternehmen ist es beispielsweise leichter, im Dialog mit den Kunden die richtigen Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und anzubieten. Weitere Vorteile: Der Zugang zu diesen Kundeninformationen ist nahezu kostenlos und zusätzliche Besucher werden in den Online-Shop gelockt. Die Nutzer derartiger Foren können verschiedene unabhängige Meinungen zu Produkten einholen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Produktanbieter und Händler profitieren vor allem von der hohen Glaubwürdigkeit der Anwenderempfehlungen. 30 Prozent der Internetgemeinde hält die Tipps anderer Webbesucher für vertrauenswürdig. Produktinformationen direkt vom Hersteller oder Händler werden dagegen als weniger glaubwürdig wahrgenommen. Zudem sind Empfehlungen anderer Kunden oder Blogeinträge häufig nicht nur aktueller als manche Produktinformation des Herstellers, sondern auch verständlicher geschrieben. Die Internetnutzer übernehmen somit die Funktion von Multiplikatoren, indem sie andere über Produktangebote informieren. Dazu gehören allerdings auch kritische Beiträge. Eine konstant gute Bewertung würde Besucher skeptisch machen und wahrscheinlich zu unabhängigen Foren treiben.

Neben Web 2.0-Angeboten werden klassische Wege der Kundenkommunikation nicht verschwinden. Fast 90 Prozent der befragten Internetnutzer ist der Austausch mit dem Kundenberater per E-Mail wichtig. Ein knappes Drittel wünscht sich den Live-Chat in Echtzeit für konkrete Fragen an den Produktanbieter. Da fast jeder zweite Kunde eine Antwort innerhalb einer Stunde erwartet, ist Schnelligkeit gefragt. E-Mail-Management-Systeme, wie beispielsweise novomind iMailTM, können die Unternehmen dabei erheblich entlasten. Sie ermöglichen die automatische Analyse und das Routing der eingehenden Mails. Das E-Mail-Management-System verbessert so die Servicequalität und sorgt für eine schnelle und personalisierte Kundenkommunikation.

Der Berichtsband der Trendumfrage “Vernetzte Kunden – Wie Web 2.0 das Online-Shopping verändert” stellt die Ergebnisse einer Online-Befragung dar, die im Auftrag der novomind AG in Kooperation mit wiwo.de und handelsblatt.com durchgeführt wurde. Dabei wurde untersucht, wo die derzeitigen Trends bei Web 2.0-Anwendungen liegen und wie Kunden diese nutzen. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 30. Januar bis zum 28. Februar 2007 durchgeführt. Insgesamt nahmen 374 Endverbraucher teil.