Posts Tagged ‘Klimawandel’

Mehr Klimaschutz beginnt im Kleinen

Sunday, February 25th, 2007

Westfalenpost: Reden? Vormachen! Mehr Klimaschutz beginnt im Kleinen

Alle reden über mehr Klimaschutz, Politiker vorne weg. Das ist im Prinzip löblich, denn Besinnung tut Not. Wir haben ja nur diese eine Erde. Leider wird man aber den Verdacht nicht los, dass es dem einen oder anderen auch darum geht, mit dem eigenen Wort zum gerade hochaktuellen Thema in die Medien zu kommen.

Minister Tiefensee redet über die Umstellung der Kfz-Steuer – der Kohlendioxid-Ausstoß bestimmt die Höhe – , als wäre das beschlossen. Minister Gabriel bringt stärkere Steuerbelastung für große Dienstwagen ins Spiel. Ex-Minister Töpfer ist für die Abschaffung der Kfz-Steuer – alles rauf auf den Benzinpreis! Der Bürger wird schwindelig: Ja, was denn nun? Hauptsache, wir haben darüber geredet? Es ist, als habe die Uno mit ihrer Klimastudie das Signal zum verbalen Umwelt-Aktionismus gegeben. Schagzeilen wie “Die Erde hat nur noch 13 Jahre” tragen zur tiefen Verunsicherung bei. Auch wenn diverse Horrorszenarien zu düster gemalt sind: Tatsächlich ist es Zeit zu Handeln! Wer zunächst Taten der großen Luftverschlechterer China, USA und Indien einfordert, macht es sich zu leicht. Der Kampf gegen die Erderwärmung beginnt im eigenen Umfeld: Wie wäre es, wenn Minister mit gutem Beispiel voranführen und auf kleinere Dienstwagen umsteigen, Herr Gabriel?

Die Welt retten wollen und für 19 Euro durch Europa fliegen – das verträgt sich nicht! Lagerhaltung auf der Straße ist so umweltschonend wie die Heizstrahler-Party auf der Terrasse. Klar, wir sind für Öko-Autos. Aber mit allen Extras! (“Westfalenpost”)

Klima-Studie – Kommentar zum Klimaschutz

Saturday, February 24th, 2007

LVZ: Leipziger Volkszeitung zur Klima-Studie
Von Andreas Friedrich

Vollbremsung – So ist Politik.
Australiens Umweltminister Malcolm Turnbul ging ein Licht auf. Ein
sparsames, trotzdem helles Licht. Dem fällt nun die Glühbirne zum
Opfer. Ersetzt wird sie auf dem fünften Kontinent ab 2010 von der
Energiesparlampe. Damit das Klima sich nicht weiter erhitzt. Den
Kyoto-Prozess ignoriert man im Land der pro Kopf größten
Treibhausgas-Dreckschleuder zwar trotzdem. Insgeheim hält man den
Klimawandel wohl auch weiter für eine grüne Verschwörung gegen die
freie Wirtschaft. Doch es sind Wahlen. Und weil es Stimmen bringt,
schmückt man sich mit grünen Feigenblättern.

Dem Klimaschutz bringt das nichts. Auch wenn die Diskussion um
Edisons Birnen ausstrahlt nach Deutschland. Aber der Wechsel der
Lichtquellen rettet nicht die Welt. Der UN-Klimarat fordert
Sofortschritte für eine Treibhausgasreduzierung. In einer trägen
Materie wie dem Klimaschutz, wo Maßnahmen erst in Dekaden wirken,
käme das einer Vollbremsung auf dem bisherigen Weg gleich.
Die Forscher schlagen Alarm. Immer und immer wieder. Die Politik hat
es so weit kommen lassen, dass der aktuelle UN-Bericht eine
Katastrophenwarnung ist. Sie will von der Wissenschaft offensichtlich
solche Notsignale hören, um eine Legitimation für ihr Handeln zu
bekommen. Nun hat sie eine weitere: Zwei Grad noch, mehr Erhitzung
sollte sich die Menschheit nicht erlauben. Sonst wird es richtig
teuer und kostet nicht nur das eine Prozent des globalen
Bruttoinlandsprodukts, wie ein Gutachten vorhersagt.

Bei allen Warnungen darf man aber nicht verkennen, dass der
Klimaschutz ein Thema mit wachsenden Gewissheiten ist. Inzwischen
wurde aus dem Jein der letzten Jahre ein Ja. Ja, der Mensch trägt die
Hauptlast am Klimawandel. Von Schuld sollte man nicht reden.
Schließlich hat die industrielle Revolution auf der Basis fossiler
Energieträger der Menschheit in den letzten zweihundert Jahren einen
gehörigen Entwicklungsschub versetzt.

Doch nun ist eine neue, eine technologische Revolution nötig. Es sind
Verfahren nötig, die verhindern, dass die Menschheit über ihre
Verhältnisse lebt und die Lebensgrundlagen so verändert, dass ihr
Dasein immer aufwendiger wird. In Ansätzen gibt es dieses Know How.
Aber es braucht einen globalen Markt. Dafür muss der Klimaschutz raus
aus der Umweltecke. Er muss endlich und endgültig ein
Wirtschaftsthema werden. Nur wenn saubere Technologien und
klimafreundliche Energieformen verwertbar und konkurrenzfähig sind,
entfacht sich die nötige Eigendynamik. Und – so zynisch es klingen
mag, so wahr ist es doch – auch die in Konflikten mündende
Abhängigkeit der Menschheit von Öl und Gas regt zum Umdenken an. Das
Zeitalter des Erdöls wird nicht durchs Versiegen der Lagerstätten
beendet, sondern durch zu viel CO2 in der Luft.

Doch noch immer sind Meinungen verbreitet, es betreffe den Einzelnen
nicht, man könne ohnehin nichts tun, es werde schon nicht so schlimm,
es bleibe noch Zeit. Aber erst wenn sich ein Denkwandel vollzogen
hat, kann es wirklichen Klimaschutz geben. Auf globaler wie auf
persönlicher Ebene. Auch dem Kauf einer Energiesparlampe geht
schließlich eine gewisse Denkleistung voraus.

Webportal gegen Klimawandel in Schweden

Tuesday, February 20th, 2007

Schweden kämpft mit kreativem Webportal gegen Klimawandel

“Wollen die Wissenschafter zu Wort kommen lassen”

Das schwedische Kommunikationsprojekt “The Planet” http://www.forskning.se/theplanet , das auf einer TV-Doku-Serie, einem Film und einem Internetportal aufgebaut ist, hat aufgrund des enormen Erfolgs in der schwedischen Öffentlichkeit eine englischsprachige Version gelauncht. Innerhalb der ersten zwei Monate verzeichnete die schwedische Version des Web-Portals, die zu Beginn 2006 startete, über 100.000 unique visitors. “Das ist eine sehr hohe Zugriffszahl für ein so kleines Land wie Schweden und dazu noch für ein Wissenschaftsportal”, unterstreicht Anna Maria Fleetwood, Projektmanagerin der Website, den Erfolg des Portals im Gespräch mit pressetext. Das Projekt hat zum Ziel Wissenschaft einem breiteren Publikum näher zu bringen und stellt den globalen Wandel und dessen Auswirkungen auf die Menschen in den Mittelpunkt.

the-planet - Klimaschutz

Der Webauftritt sticht durch ein beeindruckendes Webdesign und kinderleichter Bedienbarkeit hervor. “An dem Konzept haben wir vier Jahre lang gearbeitet. Während der Entwicklung haben wir uns bemüht es so pädagogisch wertvoll wie möglich zu gestalten”, sagt Fleetwood weiter. Obwohl die Website mit vielen Animationen arbeitet, richte sie sich an Jung und Alt gleichermaßen. Ein weiteres Anliegen des Projekts sei darzustellen woran die Wissenschafter tatsächlich arbeiten. “Wir wollen die Wissenschafter zu Wort kommen lassen, weil die Medienberichterstattung dem nicht immer nachkommt”, so Fleetwood.

Den enormen Erfolg verdankt das Portal aber auch der gleichnamigen TV-Doku-Serie, die im öffentlich-rechtlichen Kanal Sverige Television AB (SVT)  http://svt.se  zur Prime-Time ausgestrahlt wird. “Für eine Dokumentationsserie waren die Einschaltquoten enorm hoch”, betont Fleetwood. “Die Serie sowie auch das Webportal werden bald auf norwegisch erscheinen. Zwar ist noch keine Übersetzung ins Deutsche in Arbeit, aber über eine Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen würde sich Fleetwood freuen. “The Planet” startete die englische Version des Webportals kurz nach der Veröffentlichung des UN-Berichts zum Klimawandel, dessen hohe Medienaufmerksamkeit “The Planet” sehr zu Gute komme, freut sich Fleetwood.

An dem Projekt sind zahlreiche schwedische Institutionen beteiligt, darunter der Swedish Research Council, Swedish Research Council for Environment, Swedish Energy Agency oder The Bank of Sweden Tercentenary Foundation. Von der Produktion bis zum Launch der Website verschlang das Projekt 1,5 Mio. schwedische Kronen (162.000 Euro) und beschäftigte für 14 Monate ein Team von rund 15 Personen.

Aussender: http://www.pressetext.at

Klimawandel – weltweites Folgeabkommen zu Kyoto

Tuesday, February 20th, 2007

Klimawandel: EU-Kommissar Dimas fordert Verhandlungen über weltweites Folgeabkommen zu Kyoto

Anlässlich des zweiten Jahrestags des
Inkrafttretens des Kyoto-Protokolls forderte EU-Umweltkommissar
Stavros Dimas die internationale Gemeinschaft auf, so bald wie
möglich Verhandlungen über ein umfassendes Übereinkommen zum
Klimawandel aufzunehmen, das an die Stelle des Kyoto-Protokolls
tritt, wenn dieses 2012 ausläuft. Kommissar Dimas war jetzt in
Washington, um mit hochrangigen US-Regierungsbeamten und
Kongressmitgliedern über künftige Maßnahmen zum weltweiten
Klimaschutz und andere Umweltfragen zu sprechen. Aus Anlass des
Jahrestags des Kyoto-Protokolls hatte die Kommission im Rahmen ihrer
Kampagne zur Sensibilisierung der Menschen für ihren eigenen Beitrag
zum Klimaschutz europäische Meteorologen und Wetteransager zu einer
Tagung nach Brüssel eingeladen.

Hierzu erklärte Dimas: “Es ist unerlässlich, dass die Vereinigten
Staaten und alle anderen großen Verursacher von
Treibhausgasemissionen sich an diesen Maßnahmen beteiligen. Die große
Bedrohung, die vom Klimawandel ausgeht, hat weltweite Auswirkungen
und kann nur durch eine weltweite Lösung abgewendet werden. Ich halte
es für sehr ermutigend, dass in den USA zunehmend Interesse am
Emissionshandel besteht, einem wichtigen Instrument zur Begrenzung
von Treibhausgasemissionen, das wir in Europa bereits anwenden. Das
Kyoto-Protokoll ist ein wichtiger erster Schritt hin zur Bekämpfung
des Treibhausgasausstoßes, aber es sind noch viel tiefere Einschnitte
notwendig, um gefährliche Klimaveränderungen mit ihren enormen
wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen für die gesamte
Menschheit zu verhindern. Angesichts der alarmierenden Prognosen zum
weltweiten Treibhauseffekt, die Anfang dieses Monats vom
Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC)
veröffentlicht wurden, muss die internationale Gemeinschaft dringend
Verhandlungen aufnehmen, um im Anschluss an das Kyoto-Protokoll ein
umfassendes und ehrgeiziges neues weltweites Übereinkommen
abzuschließen.”

Ferner erklärte Dimas: “Mit ihrem Maßnahmenpaket vom 10. Januar
zum Klimawandel und zur Energieversorgung nimmt die Kommission beim
Aufzeigen der notwendigen Schritte eine Vorreiterrolle ein. Als
nächstes müssen die Industriestaaten insgesamt ihre Emissionen bis
2020 auf 30 % unter das Niveau von 1990 senken. Auch die
Entwicklungsländer müssen im Rahmen ihrer Möglichkeiten anfangen, den
Anstieg ihrer Emissionen zu bremsen. Dieses kühne Vorhaben lässt sich
erreichen und finanzieren – und ist unerlässlich, wenn Aussicht
bestehen soll, die globale Erwärmung auf höchstens 2° C über der
Temperatur vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Ab einem
Temperaturanstieg von 2° C nimmt nach wissenschaftlicher Erkenntnis
die Gefahr erheblich zu, dass unumkehrbare und möglicherweise
katastrophenartige Veränderungen eintreten. Dies dürfen wir im
Interesse künftiger Generationen nicht zulassen.”

Während seines Besuches in Washington wird Kommissar Dimas das
Integrierte Energie- und Klimapaket erläutern, das die Kommission
letzten Monat vorgestellt hat (vgl. IP/07/29). Ziel dieses
Maßnahmenpakets ist es, den weltweiten Kampf gegen den Klimawandel zu
verstärken sowie die Energieversorgungssicherheit und
Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union zu verbessern.

Durch die Festlegung konkreter Ziele und Maßnahmenvorschläge
erhielt die Diskussion im Vorfeld zu einem neuen Klimaschutzabkommen
neue Impulse. Die Kommission will, dass sich diese Initiative rasch
in der Aufnahme konkreter Verhandlungen niederschlägt.

Treffen der Meteorologen

Im Rahmen der Sensibilisierungskampagne, die die Kommission unter
dem Motto “Wie kannst Du den Klimawandel kontrollieren?” gestartet
hat, kamen jetzt mehr als 45 Meteorologen und Fernseh-Wetteransager
aus ganz Europa im Berlaymont-Gebäude, dem Brüsseler Hauptsitz der
Kommission, zusammen. Aus Deutschland nahmen Inge Niedek, Dieter
Walch (beide ZDF) und Maxi Biewer (RTL) an dem internationalen
Treffen teil. Wetteransager sind als Klimaexperten und
Medienpersönlichkeiten in den jeweiligen Heimatländern hervorragend
geeignet, die mit der Kampagne angestrebte Sensibilisierung der
Öffentlichkeit für den Klimawandel und für die Möglichkeiten jedes
Einzelnen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen zu
unterstützen. Deshalb werden sie aufgerufen, ein Netzwerk zu
schaffen, dass zur Erreichung dieser Ziele beiträgt.

Eröffnet wurde das Treffen vom Generaldirektor der GD Umwelt der
Kommission, Mogens Peter Carl. Weitere Sprecher wearen Jerry
Lengoasa, stellvertretender Generalsekretär der Weltorganisation für
Meteorologie, und zwei Mitverfasser des in Kürze erscheinenden
Vierten Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für
Klimaänderungen (IPCC), Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut
für Klimafolgenforschung (Deutschland) und Prof. Pavel Kabat von der
Universität und dem Forschungszentrum Wageningen (Niederlande).

Mit der Kampagne soll den Menschen durch praktische Tipps
vermittelt werden, wie sie mit Hilfe einfacher Maßnahmen wie der
Installierung von Energiesparlampen oder des Abfallrecycling selbst
einen Beitrag zur Verringerung der Treibhausgasemissionen leisten
können. Dabei werden verschiedene Kommunikationsmittel eingesetzt, so
z. B. Fernsehen, Online- und Außenwerbung, eine spezielle Website und
ein besonderes Programm für Schulen. Vgl. MEMO/07/58

EU-Maßnahmen zum Klimawandel
http://ec.europa.eu/environment/climat/home_en.htm

Kampagne “Wie kannst Du den Klimawandel kontrollieren?”
http://ec.europa.eu/environment/climat/campaign/index.htm