Product Placement soll im Fernsehen verboten bleiben

In deutschen Fernsehsendungen soll Product Placement nach Informationen von stern.de, dem Online-Angebot der Hamburger Zeitschrift stern, voraussichtlich doch nicht erlaubt werden.

„Noch steht die Entscheidung der Länder zu diesem Thema aus, aber ich bin überzeugt, dass Product Placement ohne Ausnahme verboten bleibt“, sagte Martin Stadelmaier, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei zu stern.de. Ziel sei es, die bisherigen strikten Regeln zu Schleichwerbung beizubehalten. Medienpolitik ist in Deutschland Ländersache. Rheinland-Pfalz ist dabei federführend.

Vergangene Woche hatte die EU eine neue Fernsehrichtlinie verabschiedet, die bis Ende 2009 in allen Mitgliedsländern umgesetzt werden muss. Der in der Öffentlichkeit wohl umstrittendste Punkt des neuen Regelwerks ist die teilweise Freigabe von Schleichwerbeformen: Das Platzieren von Waren gegen Bezahlung auch außerhalb der TV-Werbeblöcke soll abseits des Info- und Kinderprogramms – also vor allem in Filmen, Serien und bei Sportsendungen – künftig erlaubt sein. Allerdings muss der Sender darauf hinweisen, dass sein Programm von der Industrie durch Product Placement mitfinanziert wird.

Die EU-Mitgliedsländer besitzen in diesem Punkt jedoch ein Ausstiegsrecht aus dem EU-Reglement: Sie können die Freigabe von Product Placement für sich ablehnen. Daran arbeitet nun die rheinland-pfälzische Staatskanzlei.

Product Placement stößt bei ARD und ZDF, die in den letzten Jahren durch Schleichwerbe-Skandale erschüttert wurden, heute auf Ablehnung. Auch RTL will darauf künftig verzichten. Vor allem kleinere TV-Stationen hatten sich von der Freigabe aus Brüssel jedoch zusätzliche Einnahmequellen erhofft.

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