Aldi-Netbook – Medion Akoya Mini E1210

Das neue Mini-Notebook von Aldi – das Medion Akoya Mini E1210 im Test

Von Roland Haberer – netzwelt.de

Netbooks liegen voll im Trend, wie der Asus EeePC eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auch die Konkurrenz ist längst erwacht und greift langsam an. So hat Medion am heutigen Donnerstag, den 3. Juli 2008 das erste Netbook mit einem Intel Atom Prozessor in Deutschland auf den Markt gebracht. Erhältlich war der Medion Akoya Mini in allen Aldi Filialen in Deutschland.

Aldi-Netbook - Medion Akoya Mini E1210 Technik des Medion Akoya Mini E1210
Wesentlicher Unterschied zu bisher erhältlichen Netbooks ist der nun verbaute Intel Atom Prozessor, der im Gegensatz zum Intel Celeron M ein wenig sparsamer mit dem Strom umgeht. Die CPU taktet mit 1.600 Megahertz. Das Display ist mit seinen 10,2 Zoll verhältnismässig groß für ein Netbook und bestitzt eine Auflösung von 1024 x 600 Pixel. Sofort fällt auf, das dessen Betrachtung wesentlich angenehmer als beim Asus EeePC ausfällt.

Der Arbeitsspeicher ist mit einem Gigabyte ausreichend dimensioniert, die Wahl des Massenspeichers viel beim Akoya Mini auf einen herkömmlichen Magnetspeicher mit 80 Gigabyte Kapazität. Sehr anständig für ein Netbook, allerdings lässt dieser das Gesamtgewicht auf 1,14 Kilogramm anwachsen. Auf dem Mainboard ist ein Intel 945 GM Chipsatz verbaut.

Drei USB-, ein Netzwerk- und ein VGA-Anschluss gehören auch in dieser recht jungen Geräteklasse zum guten Ton. Die integrierte Webcam bietet eine Auflösung von 1,3 Megapixel und für Skype-Gespräche ist ein Mikrofon am oberen Displayrand eingelassen. Der Lüfter ist kein Nervtöter aber durchaus in stillen Räumen wahrnehmbar, da dieser die Abwärme der Festplatte und der anderen Komponenten abführen muss.

Dank des neuen Intel Atom Prozessors mit besserem Mainboard-Chipsatz wird nun auch unter Windows XP HD-Material flüssig dargestellt. Im Benchmark Cinebench ist der Atom circa um das vier- bis fünffache langsamer als moderne C2D Mobile Prozessoren auf Basis der Santa Rosa Plattform. Die Festplatte weiß durch gute Datentransferraten zu überzeugen, wobei der Unterschied zu einer SSD-Platte nicht allzu groß ausfällt.

Der Akku ist minimal stärker als der des Eee PCs. So bringt es das Medion-Netbook auf circa 100 HD-Film Minuten ohne Steckdose und deaktiviertem WLAN. Das sind etwa fünf Minuten mehr als der Konkurrent von Asus. Im Office Betrieb sind es gute 160 Minuten.

Ergonomie
Die Tastatur sorgt für eine positive Überraschung. Sie ist mit einer kurzen Einübungsphase ohne weiteres für das Zehn-Finger-System zu gebrauchen, vorausgesetzt, man hat keine XXL-Hände. Einzig und allein die Cursor-Tasten sind für regelmäßige Nutzung, wie zum Beispiel für Spiele, nicht geeignet. Sie sind schlicht zu klein geraten.

Aufgrund der großen Tastatur blieb für das Touchpad nicht mehr viel Platz übrig. Mit Abmessungen von 5,0 x 4,0 Zentimetern fällt es ähnlich groß wie das des Asus EeePCs aus. Multitouch, also das gleichzeitige Erkennen mehrerer Berührungen, unterstützt es nicht. All dies ist in der Praxis kein Problem, wenn da nicht die äußerst kleine, durchgehende Touchpad-Taste wäre, welche die linke und rechte Maustaste ersetzt. Unter dem Touchpad wäre noch der eine oder andere Millimeter im Gehäuse frei gewesen. So hingegen ist diese äußerst klein und besitzt einen schlechten Druckpunkt, was die Arbeit nicht gerade erleichtert.

Das Display ist eines der Glanzstücke des Kleinen, denn es ist mit einer Diagonalen von 10,2 Zoll (26 Zentimeter) für ein Netbook erstaunlich groß. Es ist entspiegelt und lässt sich somit auch im Freien ohne weiteres betrachten. Die Auflösung von 1024 x 600 Pixel weiß in Verbindung mit der guten Helligkeit zu überzeugen. Die Schrift lässt sich sehr gut lesen und somit steht dem Surfen im Internet nichts im Wege. Dies fördert nicht nur die Übersicht und schont die Augen, sondern erleichtert auch das Arbeiten merklich.

Medion vs. MSI
Wie bereits vermutet hat die Festplatte des Testmodells Vor- und Nachteile. Der verbaute SSD-Speicher in anderen Netbooks kann mit der Geschwindigkeit der Festplatte vom Akoya Mini nicht ganz mithalten und auch der große Speicherplatz weiß zu gefallen.

Negativ ins Gewicht hingegen fällt die höhere Abwärme eines Magnetspeichers und auch der höhere Stromverbrauch, der bei den ansonsten, vom Chipsatz des Mainboards einmal abgesehen, sparsamen Komponenten negativ auffällt. Frisbee sollte man bekanntlich mit keinem technischen Gerät spielen und so stört die nicht stoßressistente Festplatte keineswegs.

Das integrierte WLAN funkt mit dem fixen N-Standard, was positiv hervorzuheben ist. Scheinbar ging so viel Innovationsfreude aber auf Kosten einer Bluetooth-Anbindung. Der N-Standard kann allerdings nur bei aktuellen WLAN-Netzwerken aktiv genutzt werden. Und ob größere Datenpakete auf so einen Winzling übertragen werden, sollte jeder für sich abwägen.

Zubehör und Software
Als Betriebssystem dient Windows XP Home. Das Netbook wird mit relativ viel, bereits vorinstallierter Zusatz-Software ausgeliefert. Darunter: Word Perfect Office X3, Virenscanner Bullguard, Webcam-Tool Cyberlink Youcame, DVD-Player-Software Cyberlink Power DVD, Ulead Photoimpact 12 und Wiso Mein Geld 2008. Die mitgelieferte Tasche ist ein nettes Zubehör, welche das Netbook vor Kratzern bewahrt, auch wenn die Verarbeitung sehr bescheiden ausfällt.

Fazit:
400 Euro für ein Netbook bedeutet obere Mittelklasse und genau da findet sich das Medion Akoya Mini auch wieder. Der Winzling hat viele Stärken und nur wenige Schwächen. Zu den Stärken zählt das 10,2 Zoll große Display, dass die Lupe überflüssig macht und auch die Tastatur weiß durch ihre Zehn-Finger-Kompatibilität positiv zu überzeugen. Jedoch muss man dadurch von sehr kompakten Massen ein wenig Abschied nehmen.

Zum Arbeiten mit dem Akoya Mini empfiehlt sich eine externe Notebookmaus, da die Touchpad-Taste äußerst klein ist. Glücklicherweise ist der Gebrauch eines externen Monitors dank VGA-Anschluss kein Problem. Das Medion Akoya Mini E1210 ist die neue Referenz bei den Netbooks. Für die kommende Sommerkonkurrenz ist aber durchaus noch Spielraum nach oben vorhanden.

Eignungsprofil: Für alle, die ein günstiges Zweitnotebook oder einen Zweit-PC suchen und an diesen keine großen Hardwareanforderungen stellen, denn ein Vollwertiges Notebook ist das Akoya Mini nicht. Zum Surfen, Erstellen von Texten und für den ein oder anderen Film ist es absolut empfehlenswert.

Quelle: netzwelt.de

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